IG BAU - die tun was!


Dreierbündnis gegen Turbo-Putzen

Nicole Simons, Stellvertretende Regionalleiterin Rheinland (MItte), Branchensekretär Mahir Sahin sowie Gebäudereinigerinnen aus Krefeld schauen auch künftig genau hin.
Nicole Simons, Stellvertretende Regionalleiterin Rheinland (MItte), Branchensekretär Mahir Sahin sowie Gebäudereinigerinnen aus Krefeld schauen auch künftig genau hin. © Dietbert Wendler
19.06.2015
Eine ungewöhnliche Allianz hat sich in Krefeld gebildet, um ein Zeichen gegen Lohndumping und Leistungsverdichtung zu setzen. IG BAU, die Gebäudereiniger-Innung Mittlerer Niederrhein sowie die Stadt Krefeld ziehen künftig an einem Strang.

Schon seit ein paar Monaten schwelt in Krefeld der Streit um die Neuvergabe der Putzaufträge für kommunale Einrichtungen, wie beispielsweise Schulen und Kindergärten. Doch nun folgt ein großer Schritt für ein sauberes Krefeld.

Gemeinsam haben die drei Partner einen Flyer entwickelt, in dem die Beschäftigten auf Ihre Rechte hingewiesen werden und auch die Kontaktdaten der IG BAU, des Gebäudemanagements der Stadt Krefeld sowie der Gebäudereiniger-Innung Mittlerer Niederrhein aufgelistet sind. Der Flyer wird in allen betroffenen städtischen Objekten ausgelegt. Damit setzen die drei Institutionen ein Zeichen, dass sie ohne Wenn und Aber zu der Einhaltung von tariflichen Rechten stehen.

Hintergrund der Kampagne ist die Neuausschreibung der Reinigungsleistung für rund 190 städtische Gebäude, von der etwa 600 bis 700 Reinigungskräfte betroffen sind.

Doch mit einem Flyer allein ist es nicht getan. Weiterhin wurde vereinbart, dass Vertreter von IG BAU und der Stadt Krefeld künftig zweimal im Jahr stichprobenartig Objekte besuchen, um gemeinsam die Arbeitsbedingungen der Reinigungskräfte zu kontrollieren.

Außerdem will die Stadt Steigerungen bei den Löhnen voll mittragen – und das Auftragsvolumen entsprechend angleichen.

„Das ist ein Teilerfolg für die Krefelder Gebäudereiniger“, sagt Mahir Sahin vom zuständigen IG BAU-Bezirksverband Düsseldorf. Für den Gewerkschaftssekretär ist die Vereinbarung jedoch erst der Anfang.

Auch Valentina Ceparano, Vorsitzende der Krefelder Fachgruppe Gebäudereinigung, freut sich darüber, betont aber gleichzeitig: "Wir werden auch weiterhin genau hinschauen und uns für die Verbesserung und Einhaltung der Arbeitsbedingungen einsetzen."

Gerade das ,Turbo-Putzen‘ muss wirksam ausgeschlossen werden. Es geht nicht, immer größere Flächen in immer kürzerer Zeit zu reinigen. Auch den Befristungen gerade für langjährige Beschäftigte müsse der Riegel vorgeschoben werden. Die Gebäudereiniger in Krefeld haben Druck gemacht und gezeigt, dass sich ihr Einsatz lohnt.

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