IG BAU - die tun was!


Druck auf dem Kessel: Bauarbeiter protestieren für mehr Lohn

Regionalleiter Eckhard Stoermer informiert auf der Baustelle Uhlenköperpark der Baufirma Meyer in Uelzen
Regionalleiter Eckhard Stoermer informiert auf der Baustelle Uhlenköperpark der Baufirma Meyer in Uelzen © IG BAU
27.05.2016
Die Beschäftigten der Baufirma Meyer aus Uelzen sind stinksauer. Die Branche boomt wie lange nicht mehr, doch die Arbeitgeber wollen nicht teilen. Nach dem Motto „Wer weniger gibt, kann mehr behalten“, beharren die Arbeitgeber auch nach der dritten Verhandlungsrunde auf ihrem Mini-Angebot von 1,3 Prozent (Ost: 2,0 Prozent) für zwölf Monate.

Mit Wertschätzung und Anerkennung der Leistung hat das nichts zu tun. So etwas lassen sich die Bauarbeiter nicht bieten. Mit einer Protest-Aktion am 12. Mai auf der Baustelle Kaufland in Uelzen machten sie gegen die Betonhaltung der Arbeitgeber ihrem Unmut Luft, denn sie wissen: „Wir sind es wert!“.

"Ich werde auf alle Fälle streiken, wenn es sein muss. Die Arbeitgeber müssen sehen, dass sich was bewegt“, sagt Eugen Beck, Werkpolier beim Bauunternehmen Willy Meyer. Zusammen mit rund 15 Kollegen ist er zurzeit auf der Baustelle Uhlenköperpark in Uelzen beschäftigt. Und dort gab’s Besuch von Eckhard Stoermer, Regionalleiter der Region Niedersachsen, und seinem Stellvertreter Kai Schwabe.

Sie erläuterten ihren Kollegen die zugespitzte Lage. Die IG BAU fordert für die Beschäftigten im Baugewerbe ein Lohn-Plus von 5,9 Prozent. Zudem soll der Chef künftig bei weit entfernten Baustellen die Unterkunft stellen und Heiligabend und Silvester sollen frei und bezahlt sein. Für Azubis fordert die IG BAU 100 Euro pro Monat und Ausbildungsjahr mehr.

Vor wenigen Jahren, als der Bau in der Krise dümpelte, haben die Kollegen verzichtet. Davon wolle die andere Seite jetzt nichts mehr wissen. „Wir sollen arbeiten wie ein Pferd und werden gefüttert wie ein Pony“, so Meyer-Polier Uwe Kickhäfer. 200 Stunden im Monat zu kloppen, sei am Bau derzeit keine Seltenheit.

„Da wird fast jeden Samstag gearbeitet“, weiß auch Stoermer. Er unterfüttert das mit Zahlen des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe. Der Arbeitgeberverband rechnet für dieses Jahr mit einem Umsatz von 103 Milliarden Euro (101 Mrd. Euro 2015).

„Wir versuchen mit diesen Aktionen den Kollegen klar zu machen, wie ernst die Lage derzeit ist“, so der IG BAU-Regionalleiter. "Wenn es in so einer guten Lage nicht gelänge, eine Einigung herbeizuführen, wann dann?", fragt Stoermer. "Es ist in dieser Tarifauseinandersetzung alles möglich, von Tarifabschluss bis Streik", meinen die Bauleute.

IG BAU - die tun was!

Redaktionelle Ergänzung

Dieser Beitrag bezieht sich auf den Stand Mitte Mai. In der vierten Tarifverhandlung am 17. Mai 2016 wurde ein Tarifvorschlag ausgehandelt. Die Erklärungsfrist dazu endet am 10. Juni 2016.