IG BAU - die tun was!


Ernstfall geprobt: Körperliche Schwerstarbeit für Politiker


© PNP / Daniela Albrecht
09.10.2009
Zwei volle Mörteleimer schleppen, vollbeladene Schubkarren über’s Gelände schieben, mehr als 30 kg Schalungsstütze auf der Schulter tragen – da kamen drei Männer ordentlich ins Schwitzen. Bauarbeit von der Pike auf erlebten Michael Adam (SPD), Philipp Frankenfeld (FDP) und Rolf Pannicke (Die Linke) bei ihrem Baustellentag in Teisnach.

Der IG BAU-Bezirksverband Niederbayern hatte die Politiker zur Baustellenarbeit eingeladen. „Sie sollten am eigenen Leib spüren, wie hart die tägliche Arbeit am Bau ist. Diese Knochenarbeit kann man nicht bis 67 durchhalten“, erläutert Branchensekretär Reinhard Peter. Die IG BAU protestierte im Vorfeld des Bundestagswahlkampfes mit dieser Aktion gegen die Rente mit 67.

„Bis 67 arbeiten? Das schaffen wir nicht“, sagt auch Alfred Mirlach, der 52jährige Vorsitzende des Bezirksverbandes Niederbayern. Gemeinsam mit MichaeI König, Betriebsratsvorsitzender bei Züblin, ist er beim „Baustellenpraktikum“ der Politiker dabei. „Wir sind gegen die Rente mit 67, zumindest für die Berufszweige, die körperlich schwer arbeiten“, erklärt IG BAU-Mann Mirlach. „Die IG BAU schlägt mit ihrem Rentenkonzept vor, dass Beschäftigte nach 44 Arbeitsjahren ohne Abschläge in Rente gehen können“, ergänzt IG BAU-Sekretär Peter, der in seiner täglichen Arbeit oft erleben muss, dass Kollegen weit vor dem 65. Lebensjahr nicht mehr in der Lage sind, die harte Arbeit am Bau zu schaffen.

Sie sind mehrfach gestraft: sie finden wegen ihres Alters keine neue Arbeit, sind auf Arbeitslosengeld bzw. Hartz IV angewiesen. Für sie ist der spätere Rentenbeginn definitiv eine Rentenkürzung – ein übler Abschluss eines langen, schweren Arbeitslebens.

Die Beschäftigten auf der Baustelle, Bezirksvorsitzender Alfred Mirlach, Betriebsratsvorsitzender Michael König und Gewerkschaftssekretär Peters reden Klartext: „2010 gibt es noch einmal eine Korrekturmöglichkeit. Da kann der Bundestag überprüfen, ob es bei der um zwei Jahre verlängerten Lebensarbeitszeit bleibt.“

Die drei Politiker mit der frisch gewonnenen Baustellenerfahrung werden nicht dabei sein. Keiner von ihnen hat den Sprung in den Bundestag geschafft. Ob sie das Thema weiterverfolgen? Die IG BAU bleibt auf jeden Fall dran.

IG BAU – die tun was!



Im Bild von links:
FDP-Bundestagskandidat Philipp Frankenfeld, BR-Vorsitzender Michael König, SPD-Bundestagskandidat Michael Adam, Linken-Kandidat Rolf Pannicke, IG-BAU-Bezirksvorsitzender Alfred Mirlach, Teisnachs Bürgermeisterin Rita Röhrl und IG-Bau-Branchensekretär Reinhard

Die Internetredaktion dankt der Passauer Neuen Presse und Daniela Albrecht für die kollegial eingeräumte kostenfreie Nutzungsmöglichkeit des Fotos!

Interessante Links

Mitglied werden