Faire Arbeit Jetzt


Faire Arbeit Jetzt!


18.07.2014
„Nicht jammern – machen“ lautete einst ein Slogan der Jungen BAU. Ein Wahlspruch, der nach wie vor aktuell ist und anspornt, für bessere Arbeitsbedingungen einzutreten. Am 28. Juni hat die IG BAU mit fünf regionalen Veranstaltungen den Auftakt zu ihrem neuen Schwerpunktthema „Faire Arbeit Jetzt!“ vollzogen.

Auf dem Arbeitsmarkt ist einiges nicht in Ordnung: prekäre Beschäftigung, befristete Verträge oder mangelnder Arbeits- und Gesundheitsschutz – um nur einige Beispiele zu nennen. Fair sind solche (Arbeits-)Bedingungen gewiss nicht. Doch faire Arbeit haben wir uns verdient. Jetzt! Deswegen macht die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) das Thema „Faire Arbeit Jetzt!“ zu ihrem Schwerpunkt für die kommenden Jahre. Auf dem Gewerkschaftstag im vergangenen Jahr beschlossen, sind die ersten Diskussionen nun abgeschlossen, und es hieß auf fünf regionalen Veranstaltungen „Start frei für ‚Faire Arbeit Jetzt!‘“.

Vorangegangen waren Diskussionen in etlichen Bundesfachgruppen und eine Umfrage, an der sich über 3200 Mitglieder beteiligt haben. Sie haben verraten,wo der Schuh drückt und was faire Arbeit für sie heißt. Dazu zählt für die meisten auch ein gesundes Arbeitsklima, oder anders ausgedrückt, ein fairer Umgang im Betrieb. Was diesen ausmacht, dazu sollte sich in der Befragung unter anderem geäußert werden. Für 99 Prozent der Umfrage-Teilnehmer ist „Kollegialität“ sehr wichtig oder wichtig. Ebenso hoch ist die Zustimmung bei „Wertschätzung“ sowie „kompetente Führung“. Der „gute Informationsfluss“ landet bei 98 Prozent, die „gute Arbeitsplanung“ bei 97 Prozent.

Woran es aber im Berufsalltag oft mangelt, das wird schnell ersichtlich. „Welche Themen sind für Dich wichtig und müssen unbedingt angegangen werden?“, lautete eine andere Frage im Erhebungsbogen. Die fünf Spitzenreiter bei den Antworten: Mindestlohnverstöße, richtige Jobs statt Minijobs, mehr Kontrollen, ob Gesetze eingehalten werden, richtige Eingruppierung sowie Reduzierung befristeter Beschäftigung. Diese Themen sind auch unsere Themen. Die Beispiele aus der Bauwirtschaft, der Gebäudereinigung, der Ziegelindustrie oder dem Forst auf diesen Seiten zeigen die Probleme auf – aber auch die ersten Lösungsansätze.

In den kommenden Monaten werden Material- und Aktionsbausteine zu wichtigen Themen erstellt, die den Beschäftigten in vielen IG BAU-Branchen unter den Nägeln brennen. Gestartet wird mit den Themen „Befristungen“ und „Richtige Tarif-Eingruppierung“. Ein Kerngedanke beim IG BAU-Schwerpunkt „Faire Arbeit Jetzt!“ ist, dass wir uns auf drei Ebenen für faire Arbeit starkmachen: Wir engagieren uns gegenüber Politik oder in Tarifbewegungen für bessere Rahmenbedingungen. Gleichzeitig unterstützen und ermutigen wir Kollegen im Betrieb, die ihre Rechte sichern oder sich für Fairness einsetzen wollen. Deswegen wird es zu den Themen auch Faltblätter über unsere Rechte geben sowie Tipps und Beispiele für engagierte Betriebsräte, was ganz konkret getan werden kann.

Entscheidend aber ist: „Faire Arbeit Jetzt!“, das bedeutet mehr als diese Themen. Es ist ein Motto, unter das ganz viele konkrete Forderungen und Aktivitäten passen, die aktive Kolleginnen und Kollegen vor Ort oder in Betrieben schon heute angehen – im Betrieb, wenn zum Beispiel beim Arbeitsschutz etwas nicht stimmt oder Beschäftigte ihre Rechte nicht bekommen. Oder in der Politik, wenn wir uns vor Ort für faire Vergabebedingungen einsetzen.

Was stinkt Euch schon lange, und wasmöchtet Ihr verändern? Auf dem Weg zu fairer Arbeit gibt es vieles zu tun. Gehen wir es an. Der Schwerpunkt „Faire Arbeit Jetzt!“ bringt auch auf den Punkt, wofür wir uns in der IG BAU an ganz vielen Stellen einsetzen: Nicht jammern, machen! Denn: Faire Arbeit geht uns alle an. Jetzt!

Titelgeschichte in der IG BAU-Mitgliederzeitschrift "Der Grundstein/Der Säemann", Ausgabe 7-8/2014.

© IG BAu (Alexander Paul Englert)

Unter "Faire Arbeit Jetzt!" bündeln wir unseren Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen in den Betrieben, bei Tarifverhandlungen und gegenüber der Politik.

Robert Feiger,
Bundesvorsitzender der IG BAU

© IG BAU (Paul Schimweg)

Faire Arbeit heißt auch Triflohn statt Mindestlohn. Auf die richtige Eingruppierung kommt es an!



Dietmar Schäfers,
Stellvertr. Bundesvorsitzender

© IG BAU (Paul Schimweg)

Arbeit muss so organisiert sein, dass sie nicht krank maht. Es ist absolut inakzeptabel, wenn Beschäftigte wegen fehlendem Arbeits- und Gesundheitsschutz verunglücken oder gar sterben.

Harald Schaum,
Stellvertr. Bundesvorsitzender

© IG  BAU (Alexander Paul Englert)

Die Politik muss ran an den Befristungs-Wildwuchs.- Sachgrundlose Befristungen müssen weg, und Kettenbefristungen gehören verboten.

Ulrike Laux,
Bundesvorstandsmitglied

© IG BAU (Alexander Paul Englert)

Faire Arbeit Jetzt! bedeutet für mich: KLARMACHEN für Perspektiven. ANPACKEN für Sicherheit und REINHAUEN für Qualität.


Carsten Burckhardt,
Bundesvorstandsmitglied