Gebäudereinigung


Gutes Mannschaftsspiel

Kolleginnen und Kollegen aus einem Bundeswehr-Objekt der ISS haben sich erfolgreich gegen Lohnklau gewehrt


© IG BAU (zplusz)
12.06.2012
Im Januar gab es zwar eine Lohnerhöhung im Gebäudereiniger-Handwerk, doch immer wieder gibt es Firmen, die gleichzeitig die Reviere der Reinigungskräfte vergrößern. Ein Alarmanruf aus der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf, einem Reinigungsobjekt der Firma ISS, erreichte die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU):

Die Reinigungskräfte berichteten, die Arbeit solle so umorganisiert werden, dass jede Mitarbeiterin circa fünf Stunden im Monat zusätzlich zu ihrer Arbeit erledigen müsse. Ohne Bezahlung. Doch da hatte der Chef die Rechnung ohne seine Mitarbeiterinnen gemacht. Die beschlossen: Ohne Bezahlung arbeitet keine mehr.

Kunde unterstützt die Forderungen

Gesagt, getan: Drei Wochen lang meldeten sie die Arbeiten, die nicht geschafft wurden, per Fax an die ISS-Niederlassung in Münster. Nichts passierte. Schließlich war das Objekt in einem so miserablen Reinigungszustand, dass der Kunde aufmerksam wurde.

Bodo Matthey, stellvertretender IG BAU-Regionalleiter in Westfalen, und IG BAU-Branchensekretärin Erika Holzhausen trafen sich daraufhin mit dem Kasernenkommandanten. Der Kunde stellte sich voll auf die Seite "seiner" Reinigungskräfte und unterstützte sie in ihren Forderungen. ISS sollte jedoch noch die Möglchkeit bekommen, die Probleme zu lösen.

So fand ein weiteres Gespräch statt. Dieses führte letztendlich zu einer Lösung: Kürzungen wird es nicht geben, das Objekt wird von den Reinigungskräften in einen ordentlichen Zustand gebracht, die geleisteten Stunden werden gezahlt.

Wenn das Objekt wieder in einem für den Kunden akzeptablen Zustand ist, soll ein neues Reinigungssystem zum Einsatz kommen, das die Arbeit erleichtert. Der Niederlassungsleiter sagte zu, die Betriebsratsvorsitzende der ISS und die zuständige Gewerkschaftssekretärin während der Umsetzung einzubeziehen.