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IG BAU fordert deutliches Lohnplus und Stopp der Leistungsverdichtung


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 30.01.2015
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert für die rund 600 000 Gebäudereiniger deutlich mehr Lohn. Für den großen Bereich der Innenreinigung in der untersten Lohngruppe 1 soll das Plus 80 Cent betragen. Der Stundenlohn im Westen würde damit von derzeit 9,55 Euro auf 10,35 Euro steigen. Das ist zugleich der Mindestlohn in der Branche.

Für die übrigen Lohngruppen 2 bis 9 fordert die IG BAU eine Anhebung um 6,4 Prozent. Das hat die Bundestarifkommission der IG BAU an diesem Wochenende für die Tarifrunde 2015 im Gebäudereiniger-Handwerk beschlossen.

Lohngleichheit für Beschäftigte im Osten ist auch ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung immer noch nicht erreicht. Deshalb fordert die IG BAU deutliche Angleichungsschritte an das Westniveau. Der Branchenmindestlohn beträgt in Ostdeutschland aktuell 8,50 Euro. Bereits bei den Tarifverhandlungen vor vier Jahren hatten die Arbeitgeber zugestimmt, die Löhne im Osten spätestens bis zum Jahr 2019 an das Westniveau anzupassen.

Über die Lohnerhöhung hinaus fordert die IG BAU einen verbindlichen Stopp der Leistungsverdichtung in der Branche. Hierfür existieren bisher keine tariflichen Regelungen. Diese sind jedoch dringend notwendig, denn nach jeder Tarifrunde steigt der Druck auf die Beschäftigten. Ihnen wird zugemutet, immer mehr Quadratmeter in der gleichen Zeit zu reinigen. „Wir haben dem Treiben der Arbeitgeber, jede Lohnerhöhung dadurch zu unterlaufen, dass noch mehr Leistung aus den Beschäftigten herausgepresst wird, schon viel zu lange zugesehen.

Damit ist jetzt Schluss“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführerin Ulrike Laux. „Wir erwarten faire Lohnerhöhungen, und wir erwarten, dass sie bei den Beschäftigten ankommen. Das haben sie sich mit harter Arbeit verdient. Die Branche steht wirtschaftlich gut da. Sie verdankt dies vor allem ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.“