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IG BAU übergibt mehr als 5.000 Unterschriften gegen die Rente mit 67

Appell an Landesparteien übergeben


© IG BAU
25.09.2009
„Die Rente mit 67 muss weg.“ Das ist die feste Überzeugung von mehr als 5.000 Unterzeichnern eines Appells der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Baden-Württemberg. Die Gewerkschaft hat die Listen mit mehr als 5.000 Unterschriften in dieser Woche der Landesvorsitzenden der SPD, Ute Vogt, dem Landesinnenminister Heribert Rech (CDU), sowie den Landesvorsitzenden der Grünen und dem Spitzenkandidaten der Linken, Daniel Mouratidis und Ulrich Maurer übergeben.

„In den Koalitionsvereinbarungen direkt nach der Wahl werden die Weichen für die nächsten vier Jahre gestellt“, so der Regionalleiter der IG BAU, Nikolaus Landgraf. Deshalb finde die Übergabe bereits vor der Wahl statt. Die Politik muss die Rente mit 67 im Jahr 2010 überprüfen. „Sehr wenige Menschen werden dieses Renteneintrittsalter wirklich erreichen“, heißt es im Appell der IG BAU. „Viele werden aus Arbeitslosigkeit und Hartz IV in Rente gehen müssen.“

Dies trifft nach Landgraf insbesondere die Beschäftigten der von der IG BAU betreuten Branchen. Denn Bauarbeiter, Gebäudereinigerinnen oder Waldarbeiter schaffen schon die jetzige Altersgrenze kaum. Für sie bedeutet die Rente mit 67 Altersarmut. Der Gewerkschafter zweifelt daran, dass es die von der Politik versprochenen Ersatzarbeitsplätze für ältere Mitarbeiter auch wirklich geben wird: „Bei uns sind viele Beschäftigte in Klein- und Kleinstbetrieben angestellt. Die können keine zusätzlichen Arbeitsplätze für ältere Arbeitnehmer schaffen,“ so Landgraf. Auch Vorruhestandsregelungen würden dort kaum greifen.

Für Heribert Rech geht an einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit kein Weg dabei, findet jedoch, „wer lange schwer arbeitet, für den muss es Regelungen geben.“
Volle Unterstützung fand die Aktion beim Vertreter der „Linken“. Ulrich Maurer sieht die Front der Befürworter der Rente mit 67 wackeln.
Der Landesvorsitzende der Grünen Daniel Mouratidis verwies auf die Überlegungen der Grünen zum Thema, die jedoch ebenfalls an der Rente mit 67 festhielten.

Ute Vogt sagte den Gewerkschaftern ihre Unterstützung bei der Neuregelung der Erwerbsunfähigkeitsrenten zu. „Viele Vorschriften sind einfach unrealistisch. Wer nach 35, 40 Jahren Arbeit krank in Rente gehen muss, sollte so gestellt werden, als ob er weiter bis zur regulären Altersgrenze gearbeitet hätte“, so die SPD-Landesvorsitzende.

Seit dem Aktionstag „Rente muss zum Leben reichen“ Ende Juni in Heidelberg waren viele Ehrenamtliche in Baden-Württemberg unterwegs. Unterschriften sammeln unter den Aufruf an die Parteien.

Nikolaus Landgraf dankte insbesondere den Orts- und Kreisverbänden, die auf Info-Ständen, mit Aktionen und bei anderen Gelegenheiten die Unterschriften gesammelt haben. „Über 5.000 Unterschriften in wenigen Wochen ist eine tolle Leistung, die zeigt, dass ehrenamtliches Engagement etwas bewirken kann.“

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