IG BAU - die tun was!


Im Wandel der Zeit

Mathias Kalusniak erlebte Gewerkschaftsarbeit in der DDR und in der BRD
Mathias Kalusniak erlebte Gewerkschaftsarbeit in der DDR und in der BRD © Peter Nowke
15.05.2015
25 Ehrenamtliche sind der Einladung ihrer IG BAU und der Gemeinschaft Jugend, Erholung und Weiterbildung e. V. (GJEW) ins Waldhotel Cottbus gefolgt, um die Gewerkschaftarbeit im Wandel der Zeit und der politischen Verhältnisse zu reflektieren.

Die Veranstaltung am 8. April war auch der passende Rahmen um Mathias Kalusniak aus seiner hauptamtlichen Tätigkeit für die IG BAU zu verabschieden. Nach genau 31 Jahren und einem Monat im Einsatz für die Mitglieder auf den Baustellen und in den Betrieben, bedankte sich der Branchensekretär für Dachdecker, Gerüstbauer und Steinmetze mit persönlichen Erlebnissen aus seiner Arbeit.

Sein Weg begann im sozialistischen Betrieb in der Abteilungs- und in der Betriebsgewerkschaftsleitung, wo Gewerkschaftsabeit wie wir sie heute verstehen, eher nicht möglich war. Als die Verhältnisse sich dann änderten und Arbeitnehmerrechte in gemeinsamer Solidarität verteidigt, neu errungen und durchgesetzt werden mussten, wurde es nicht leichter.

Arbeitgeber organisierten sich außerhalb der Unternehmerverbände und nutzten die Situation der abgewickelten DDR-Wirtschaft für Lohndumping durch Flucht aus den Tarifverträgen. Arbeitnehmer, die die Macht der gewerkschaftlichen Organisation nicht erkannten, gingen den Konflikten eher aus dem Weg. Mitte der 90er Jahre wurde der Mindestlohn diskutiert. Seine tarifliche Umsetzung konnte den weiteren sozialen Abstieg vieler Beschäftigter ganz entscheidend bremsen und Arbeitsplätze erhalten.

Ausgiebig diskutierten die Teilnehmer die Erfahrungen aus dem mehrmonatigen Streik bei Piepenbrock in Eisenhüttenstadt 2012. Die Sympathie vieler Kolleginnen und Kollegen von Arcelor Mittal, mit deren Industriewartung und -instandhaltung Piepenbrock beauftragt war, stützte die Streikenden. Zu der von den Reinigungs- und Instandhaltungsleuten erwarteteten massiven Unterstützung des Auftraggeber-Betriebsrates kam es leider nicht. Die Produktionsausfälle wurden von Unternehmerseite scheinbar mühelos verkraftet. Die damaligen "Streikbrecher" bekommen ihre mangelnde Solidarität noch heute zu spüren.

Damals wie heute gilt: Gewerkschaften sind nur so stark wie ihre Mitglieder sie machen. Axel Frenzel, stellvertretender Ortsvorsitzender der IG BAU in Cottbus, ist überzeugt, dass aufeinander zugehen, miteinander reden und solidarisch sein, die Gemeinschaft weiterbringt. Bei der Ortsverbands- und Fachgruppenarbeit ist Mathias Kalusniak auch künftig als Ehrenamtlicher gerne gesehen. Seine Mitarbeit, sein Wissen und seine Erfahrung werden auch weiterhin geschätzt.

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