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Indutec legt „180-Grad-Wende“ vor Arbeitsgericht Düsseldorf hin

Kerpener Unternehmen muss fristlose Kündigungen zurücknehmen

Düsseldorf, 10.07.2012
Gericht weist Willkür-Chef in die Schranken: Drei Mitarbeitern hatte das Kerpener Unternehmen Indutec den Stuhl vor die Tür gesetzt. Fristlose Kündigung, weil sie einen Betriebsrat gründen wollten. Unterstützt von der IG BAU Rheinland zogen die drei Indutec-Mitarbeiter vor Gericht – und bekamen prompt ihren Job zurück. Eine Schlappe für Indutec. Mehr noch: Das Unternehmen lenkte ein. „Der Arbeitgeber hat angekündigt, künftig mit dem Betriebsrat zu kooperieren“, sagt Arno Haas.

Der Regionalleiter der IG BAU Rheinland spricht von einer „180-Grad-Chef-Wende“. Es sei allerdings ein Trauerspiel, dass Beschäftigte immer wieder erhebliche Repressalien bis hin zum Jobverlust in Kauf nehmen müssten, wenn sie versuchten, die gesetzlich garantierte Mitbestimmung im Betrieb umzusetzen. Was dann folge, gleiche schon fast einem Ritual: „Vor dem Arbeitsgericht lernen die Arbeitgeber plötzlich, umzudenken. Da wartet dann ein Riesenberg Kreide auf sie ...“, so Haas.

Doch Geschäftsführungen von Unternehmen wären besser beraten, einen Betriebsrat von vornherein als Chance zu begreifen. „Der Betriebsrat bildet ein wichtiges Scharnier zwischen Chefetage und Belegschaft. Er gleicht aus, optimiert die Prozesse im Betrieb und fördert das Betriebsklima“, sagt der IG BAU-Regionalleiter. Über den Betriebsrat als „Belegschaftsbarometer“ habe die Geschäftsführung jederzeit eine gute Möglichkeit, Entwicklungen im Unternehmen frühzeitig zu erkennen und darauf rasch zu reagieren. Diese Chance zu nutzen, sei allemal besser, als vor Gericht Kreide zu fressen, so Haas.

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