Arbeitssicherheit / Gesundheitsschutz


Jeder vierte kann in Notlagen auf betriebliche Beratungsangebote zurückgreifen

Denk an mich. Dein Rücken - Ergebnis der Umfrage: Wer stärkt Ihnen den Rücken?


© Rainer Sturm / www.pixelio.de
09.12.2013
Die meisten Menschen in Deutschland können in schwierigen Zeiten auf Familie und Freunden zählen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Präventionskampagne "Denk an mich. Dein Rücken". Weit weniger suchen Unterstützung bei Ärzten, Kollegen oder Religionsgemeinschaften. Rund ein Viertel der Befragten kann zudem in Notlagen auf einen externen Beratungsdienst zurückgreifen, der vom Arbeitgeber finanziert wird.

Eine oder mehrere Vertrauenspersonen zu haben, die einem in schwierigen Zeiten den Rücken stärken, kann Stress und seine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit, zum Beispiel Rückenschmerzen, verringern.

Bei den meisten Menschen finden sich diese Vertrauenspersonen im Verwandten- und Freundeskreis. 40 Prozent der Befragten gaben ebenfalls an, Unterstützung von Ärzten und Therapeuten zu erhalten. Eine geringere Rolle spielen dagegen die Glaubensgemeinschaften. Nur rund jeder Fünfte antwortete, sich in schwierigen Zeiten an einen Vertreter seiner Religion zu wenden. Von Kolleginnen und Kollegen erhält rund ein Drittel der Befragten Ermutigung und Hilfe, immerhin jeder sechste nannte auch die eigenen Vorgesetzten.

28 Prozent der Befragten können in Notlagen auf externe Betreuungsangebote zurückgreifen, die über den Arbeitgeber bereitgestellt werden. Diese Beratungsdienste bieten kurzfristig erste Hilfestellung, zum Beispiel bei beruflichem Stress, Ehestreitigkeiten oder Suchterkrankungen. Fast jeder Dritte, dem dieses Angebot zur Verfügung steht, hat es auch schon in Anspruch genommen.

"Ein solcher Dienst kann nicht nur für die Betroffenen eine Hilfe sein, sondern sich auch für den Arbeitgeber lohnen", sagt Dr. Marlen Cosmar, Psychologin am Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG) in Dresden. "Denn andauernder Stress schadet der Arbeitsleistung." Wichtig sei, dass solche Angebote strikte Anonymität gewährleisteten und mit dem Betriebsrat abgestimmt seien, damit sie akzeptiert würden.

Echte Tabus scheint es übrigens nicht mehr zu geben. Der Mehrheit fällt es nach eigenen Angaben nicht schwer, zum Beispiel über Krankheit, Geldnöte oder Probleme in der Familie oder im Beruf zu sprechen.