Für heute hat die IG BAU die Beschäftigten zu einem Warnstreik aufgerufen. Zwischen 6 Uhr und 10 Uhr wird die Arbeit ruhen. Über weitere Aktionen bis hin zu einer Urabstimmung über einen unbefristeten Streik wird in den nächsten Tagen entschieden.
Hintergrund der Auseinandersetzungen sind die Arbeitsbedingungen in dem Marsberger Betrieb. Nachdem der Konflikt um die Gründung eines Betriebsrates und um die Auszahlung der Januar-Löhne an Gewerkschaftsmitglieder ausgestanden ist, weigere sich nun die Geschäftsführung, die Löhne und Gehälter an übliche und tarifliche Branchenlöhne anzugleichen. „Seit neun Jahren steigen die Kosten für den Lebensunterhalt. Seit neun Jahren bekommen aber die Beschäftigten Dumping-Löhne für ihre professionelle Arbeit. Das ist nicht fair. Denn diese Löhne liegen deutlich unter den Tariflöhnen für die Baustoff-Branche. Die Chefetage versucht mit allen Mitteln, eine faire tarifliche Bezahlung der Mitarbeiter zu verhindern, und forciert eine betriebliche Auseinandersetzung“, so der IG BAU-Regionalleiter Carsten Burckhardt.
Klare Botschaft vom Warnstreik: Wir sind entschlossen!
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„Weder die Beschäftigen noch die IG BAU werden ein solches Verhalten hinnehmen. Es kann nicht sein, dass die KMB ihren Beschäftigten jahrelang trotz hervorragender Unternehmensbilanzen und Auftragslage faire Löhne vorenthält und zudem noch auf Mitarbeiter, die sich im Betriebsrat engagieren, massiv Druck ausübt. Der Marsberger Betrieb ist ein besonders negatives Beispiel für Unternehmerwillkür in der Region“, so Burckhardt. Die Chefetage schrecke auch nicht davor zurück, mit Kündigungen und Kurzarbeit zu drohen.
Nach Angaben des IG BAU-Regionalleiters ist der Unmut unter den Beschäftigten des Unternehmens groß. „Die Stimmung brodelt. Die Kollegen wollen mit Blick auf den Lohn nicht länger ‚Mitarbeiter zweiter Klasse’ sein. Sie sind fest entschlossen, eine faire Bezahlung durchzusetzen – notfalls auch mit einem unbefristeten Streik“, sagt Burckhardt. Verlieren könne dabei nur die Chefetage. Über zwei Drittel der 87 Beschäftigten seien in der IG BAU organisiert.
Die Geschäftsleitung habe allerdings jederzeit die Möglichkeit, den Konflikt zu beenden. „Von Seiten der IG BAU besteht immer Gesprächsbereitschaft – wir mauern nicht. Wenn von der Gegenseite trotz Aufforderung allerdings überhaupt nichts kommt, sind wir dazu gezwungen, aktiv zu werden“, so Burckhardt