IG BAU - die tun was!


Nein - das ist nicht genug!

Alle machen ihren Punkt.
Alle machen ihren Punkt. © IG BAU (Liane Benndorf)
07.10.2016
Seit über 20 Jahren werden in der Friweika e.G. Weidensdorf Haustarifverträge verhandelt, aber so etwas wie in diesem Jahr ist bisher noch nicht da gewesen. Die Arbeitgeber erschienen mit "leeren Händen".

Die Forderungen der Gewerkschaftsmitglieder im Betrieb für die Tarifrunde 2016/2017 wurden dem Arbeitgeber von der IG BAU (Bezirksverband Südwestsachsen) frühzeitig vorgelegt.

Entsprechend erwartungsvoll sah die Tarifkommission dem Arbeitgeber-Angebot bei der Verhandlung am 13. September entgegen.

Allerdings erschienen die Arbeitgebervertreter zunächst mit "leeren Händen". Das "Angebot", das sie dann im Laufe der Verhandlungen doch noch vorlegten, war völlig inakzeptabel.

"Friweika = Frische Weidensdorfer Kartoffelprodukte, hochmodern und leistungsfähig", beschreibt sich die Firma auf ihrer Homepage. Begriffe wie Innovation, Nachhaltigkeit, Fortschritt und Qualitätsproduktion kann man dort ebenfalls lesen.

Die Firma hat etwa 350 Beschäftigte und ist einer der größten Arbeitgeber in der Region. Friweika bildet aus, wirbt mit tariflicher Bezahlung und weiteren Sozialleistungen.

Bei den Tarifverhandlungen hört man dann: "Warum sollen wir mehr bezahlen, als wir müssen?" Der Arbeitgeber meint wohl, seine Beschäftigten wollen nicht mehr. Diese werden ihn eines anderen belehren.

Mit dem vorgelegten Angebot ab 1. Januar 2017 würde der niedrigste Lohn gerade mal einen Cent über dem Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde liegen. Eine weitere Steigerung um 25 Cent sollte es erst im zweiten Halbjahr 2018 geben. Die Laufzeit des Tarifvertrages war für den 31. Dezember 2018 angedacht - also nach zweieinhalb Jahren. Dieses "Angebot" ergibt rechnerisch eine Tariferhöhung von weit unterdrei Prozent in allen Lohn- und Gehaltsgruppen.

Weil sich die Arbeitgeberseite - auch nach weiteren Denkpausen - nicht in der Lage sah, die gute Arbeit der Belegschaft mit einem deutlichen Lohnzuwachs zu belohnen, musste die IG BAU-Tarifkommission die Verhandlungen unterbrechen.

Jetzt sind die IG BAU-Mitglieder gefragt: Soll die Tarifkommission das Angebot annehmen? Oder soll sie bei ihrer Forderung von 5,1 Prozent Lohnsteigerung ab dem 1. Januar 2017 bleiben?

Und was sind die Kolleginnen und Kollegen bereit, für einen akzeptablen Tarifvertrag zu tun?

Die Mitgliederbefragung fand am 26. und 28. September auf "offenen" Betriebsgruppenversammlungen statt.

Hier hatten unsere Mitglieder, die meist im durchgängigen Schichtsystem arbeiten, die Möglichkeit, sich über den Stand der Verhandlungen zu informieren, ihre Fragen zu stellen und ihre Meinung zu sagen. Um ihnen zu zeigen, wie wichtig die Gewerkschaftsmitgliedschaft ist, waren zu den Versammlungen auch Nichtmitglieder zugelassen.

Die Meinung war eindeutig: Die Tarifkommission erhielt den Auftrag, im Sinne der gestellten Forderungen weiter zu verhandeln. Die Kolleginnen und Kollegen sind bereit, mit wirksamen Aktionen die Verhandlungen zu unterstützen. So, liebe Geschäftsführung, kann man Motivation und Leistungsfähigkeit und damit Produktivität nicht erhalten. So kann man weder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten, noch neue gewinnen. Aber genau so führt man die eigenen Aussagen ad absurdum.

IG BAU - die tun was!

Ein Beitrag unserer Kollegin Liane Benndorf.

Liane Benndorf

Alles auf Rot. © IG BAU (Liane Benndorf)