
Im Kampf der Belegschaft für einen angemessenen Lohn hatte gestern (19. Juni 2012) erstmals ein Gespräch des Betriebsrats und Olaf Piepenbrock stattgefunden. Die Mitarbeiter hatten lange darauf warten müssen. Erst sechs Wochen nach Streikbeginn hatte der Firmen-Chef die Mitarbeitervertreter in die Konzernzentrale nach Osnabrück eingeladen.
Die Ernüchterung bei den Gästen aus Eisenhüttenstadt war groß: Statt ein Gespräch zu führen, mussten die von der Belegschaft gewählten Vertreter einen Monolog Olaf Piepenbrocks über sich ergehen lassen – gespickt mit Beleidigungen und Drohungen. Nach Berichten der Anwesenden hält der Firmen-Chef seine Belegschaft für „faul und krank“ und bezeichnete Mitarbeiter als „nicht ganz dicht“. Gewerkschafter der die Streikenden betreuende IG BAU wurden „Idioten“ genannt. Zudem drohte Olaf Piepenbrock, mit einer völligen Blockadehaltung und damit, den Standort in Eisenhüttenstadt zu schließen. In der Überzeugung, dass Olaf Piepenbrock zu diesem Zeitpunkt weder Willens noch in der Lage war, mit dem Betriebsrat einen sachorientierten Dialog zu führen, brachen die Mitarbeitervertreter das Treffen nach 45 Minuten ab.
„Die Haltung mit der Olaf Piepenbrock Menschen, die mit vollem Einsatz für ihn arbeiten, gegenübertritt ist, ist erschütternd. Das ist nicht nur schlecht erzogen, sondern wirkt regelrecht verachtend. Der Firmen-Chef hat seinen Leuten jeden Respekt verwehrt – in der Bezahlung, ebenso wie im persönlichen Umgang“, stellte der Streikleiter und IG BAU-Branchensekretär Mathias Kalusniak fest. „Vielleicht glaubt Olaf Piepenbrock, mit seiner übergriffigen Gutsherrenart könne er die Streikenden einschüchtern. Das Gegenteil ist der Fall: Olaf Piepenbrock verhöhnt seine Belegschaft. Damit zeigt er nur, wie Recht sie haben, für ihre Interessen zu kämpfen.“
Am 11. Mai 2012 hatten die Mitarbeiter der Piepenbrock Instandhaltung GmbH in Eisenhüttenstadt die Arbeit im Kampf für einen fairen Lohn niedergelegt. Zuvor hatte die IG BAU die seit mehr als einem Jahr laufenden Gespräche für gescheitert erklärt. Die IG BAU fordert einen Euro mehr Stundenlohn. Zugleich besteht sie auf der Unterzeichnung des bereits unterschriftsreif ausgehandelten Rahmentarifvertrags für das Unternehmen. Piepenbrock Instandhaltung bietet dagegen nur ein Plus von 20 Cent an und macht den Abschluss des Rahmentarifvertrags von der Annahme dieses Angebots abhängig.
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