Gesundheit und Rente


"Rente mit 67 ist ein schlechter Witz"

Lebhafte Diskussion bei IG BAU-Funktionärskonferenz in Alzey


Von links: Dr. Dr.med. Rahim Schmidt (Bündnis 90/die Grünen, MdL),
Adolf Kessel (CDU, MdL), Gustav Herzog (SPD, MdB), Michael Neyses
(Piraten Partei, MdL), Kathrin Senger-Schäfer (Die Linke, MdB),
Hartmut Hüfken (Deutsche Rentenversicherung), Werner Müller
(Arbeitskammer des Saarlandes) und Margarete Ruschmann (SWR)
© IG BAU
25.04.2012
Das Podium in der Alzeyer Güterhalle ist hochrangig besetzt. Sowohl Landtags- als auch Bundestagsabgeordnete der Grünen, CDU, SPD und der Linken sind gekommen, um mit den Funktionären der IG BAU Rheinland-Pfalz - Saar über das Thema "Rente muss zum Leben reichen" zu diskutieren.

IG BAU-Regionalleiter Thomas Breuer begrüßt alle Anwesenden. Nach der Programmvorstellung übergibt er zunächst das Wort an Werner Müller von der Arbeitskammer des Saarlandes. Dieser erläutert zunächst das Rentensystem und gibt bereits zu Beginn viele Anregungen für die folgende Podiumsdiskussion. Diese wird durch Margarete Ruschmann vom SWR moderiert.

Schon nach kurzer Diskussion auf dem Podium schalten sich die Funktionäre der IG BAU in die Diskussionen ein. Hart wird mit all den Politikern diskutiert, die die „Rente mit 67“ noch immer verteidigen. Mit guten Argumenten unterstreichen sie die Forderungen ihrer Gewerkschaft. Die IG BAU fordert unter anderem die Einbeziehung der Besserverdienenden in die gesetzliche Rentenkasse, also eine Bürgerversicherung.

Diskutiert wird ebenfalls über die Zugangsmöglichkeiten zur Erwerbsminderungsrente und die Länge der Beitragszahlung zur Rentenversicherung. Besonders wichtig ist es den engagierten Teilnehmern darauf hinzuweisen, dass man nicht alle Arbeitnehmer gleich betrachten kann. Schon heute müssen die meisten Beschäftigten des Baugewerbes mit circa 58 Lebensjahren aus dem Beruf ausscheiden, erläutert ein Bauarbeiter aus dem Saarland. Die „Rente mit 67“ ist in diesem Zusammenhang ein Witz, aber ein schlechter, hört man im Saal.

Zum Ende der Diskussion macht Thomas Breuer noch einmal sehr deutlich, was auch alle Anwesenden unterstützen: Mit uns nicht! Zudem betont er gegenüber den anwesenden Politikern, dass diese Veranstaltung in der Region erst der Anfang gewesen ist. Solange man nicht ernsthafte Schritte zur Verbesserung der aktuellen Situation einleiten werde, würden die Gewerkschafter den Druck weiter erhöhen und auch zum Wahlkampfthema 2013 machen. Die hart arbeitenden Menschen dieses Landes werden diesen Zustand nicht länger tolerieren! Rente muss zum Leben reichen!

Ein Beitrag unseres Kollegen Jan Meyer.

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