Arbeitssicherheit / Gesundheitsschutz


Stressreport 2012: Bauberufe auch psychisch belastend

© Gerd Altmann/Hacob Seligmann / www.pixelio.de
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30.01.2013
Bauberufe sind auch psychisch hinsichtlich vieler Aspekte belastender als viele andere Berufe. Das bestätigt der aktuell veröffentlichte „Stressreport 2012“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Nachfolgend einige wichtige Aussagen des „Stressreports 2012“, die besondere Belastungen bei den Bauberufen verdeutlichen:
  • 59 Prozent der befragten Arbeitnehmer in Bauberufen gaben an, häufig unter starkem Termin- und Leistungsdruck zu arbeiten (Durchschnitt aller Befragten: 52 Prozent, Bericht Seite 46).
  • 25 Prozent der befragten Arbeitnehmer in Bauberufen gaben an, häufig an der Grenze der Leistungsfähigkeit zu arbeiten (Durchschnitt aller Befragten: 16 Prozent, Bericht Seite 47).
  • 18 Prozent der befragten Arbeitnehmer in Bauberufen gaben an, dass sie ihren Gesundheitszustand als negativ empfinden (Durchschnitt aller Befragten: 14 Prozent, Bericht Seite 99).
  • 82 Prozent der befragten Arbeitnehmer in Bauberufen gaben an, gesundheitliche Beschwerden im Muskel-Skelett-Bereich zu haben (Durchschnitt aller Befragten: 70 Prozent, Bericht Seite 99).
  • Die befragten Arbeitnehmer in Bauberufen gaben an, im letzten Jahr 13,2 Tage trotz Krankheit zur Arbeit gegangen zu sein (Durchschnitt aller Befragten: 11,5 Tage, Bericht Seite 137ff.).

Diese Ergebnisse bekommen eine besondere Brisanz vor dem Hintergrund der „Rente mit 67“: Bauberufe sind nicht nur körperlich belastend, sondern aufgrund der Rahmenbedingungen auch psychisch. Dies erschwert eine Arbeit bis zur Rentenaltersgrenze zusätzlich. Gleichzeitig werden mit dem „Stressreport 2012“ Aussagen bestätigt, die die IG BAU-Betriebsratsumfrage „Bis 67 arbeiten in Baubetrieben?“ im letzten Jahr ergeben hat: Auch in der IG BAU-Umfrage berichteten die Betriebsräte von Stress und Termindruck, der Arbeiten bis zur Rente erschwert oder unmöglich macht. Zudem war Ergebnis, dass nur 7 Prozent der Betriebe etwas für alternsgerechtes Arbeiten tun.

Der „Stressreport 2012“ beruht nach Angaben der BAuA auf der Erwerbstätigenbefragung 2011/2012, bei der rund 20.000 Beschäftigte Fragen beispielsweise zu Arbeitsbedingungen, Beanspruchung und gesundheitlichen Beschwerden beantworteten.

Der Bericht kann hier heruntergeladen werden.