IG BAU - die tun was!


Tarifverträge fallen nicht vom Himmel!

Lars Oliver Kühl mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Betriebsrat
Lars Oliver Kühl mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Betriebsrat © Lars Oliver Kühl
15.01.2016
Das wurde den Beschäftigten der Shared Services GmbH in der Heidelberger Zement AG immer deutlicher. Es tat sich nichts in Sachen Verbesserung der Vergütung oder anderer Leistungen. Nun nahm der Betriebsrat mit dem Vorsitzenden Lars Oliver Kühl dieses Thema auf seine Agenda. Und siehe da ...

Im Zuge von Umstrukturierungen hat die Heidelberger Zement AG ab 2006 die Verwaltungsaufgaben in den Bereichen Rechnungswesen sowie Lohn- und Gehaltsbuchhaltung und andere kaufmännische und kalkulatorische Aufgaben in der Shares Services GmbH gebündelt. Mit dieser neuen Gesellschaft standen die Beschäftigten außerhalb des Flächentarifvertrages der Steine-Erden-Industrie Baden-Württemberg.

Um die konkrete Möglichkeit der Abwanderung der Arbeitplätze in eines der Konzernländer in Mittel- und Osteuropa zu verhindern, wurde ein Haustarifvertrag vereinbart. Die vereinbarten Leistungen erreichten jedoch nicht die Regelungen des Flächentarifvertrages.

Die Erleichterung über den Erhalt des Arbeitsplatzes war bei den Beschäftigten größer als der Einsatz für bessere tarifliche Leistungen. Nachdem die Baukrise überwunden war und sich die Zementindustrie konsolidierte, war aus der Belegschaft immer öfter der Ruf nach besseren Leistungen im Tarifvertrag zu vernehmen.

Da die Kontakte zwischen den Arbeitnehmern, ihrer Interessenvertretung und der IG BAU nicht stark genug waren, blieb es bei Appellen an die Geschäftsleitung. Eine Mehrheit in der Belegschaft zur Durchsetzung der Forderungen kam nicht zustande. Es blieb bei den abschlägigen Bescheiden des Arbeitgebers. Bis im vergangenen Jahr ein Ruck durch die Belegschaft ging.

Der neu gewählte Betriebsrat nahm sich des Thema's an. Es wurden Gespräche in den Abteilungen, an den einzelnen Arbeitsplätzen, im ganzen Betrieb geführt. Der Organisationsgrad stieg um fast 400 Prozent. Verbesserungen wurden diskutiert und ein Forderungskatalog für Haustarifverhandlungen aufgestellt.

In der Betriebsversammlung Anfang Dezember 2015 war dies das zentrale Thema. Der Regionalleiter der IG BAU in Baden-Württemberg, Andreas Harnack, stellte sich als Verhandlungsführer vor. Unterstützt wird er von der Gewerkschaftssekretärin in Ausbildung Sandra Safradin.

Nun wird es spannend. Anfang Februar wird eine Versammlung der IG BAU-Mitglieder im Betrieb stattfinden. Eine Verhandlungskommission für die Führung von Haustarifverhandlungen wird gewählt. Am 4. Februar 2016 ist es soweit. Die Verhandlungen beginnen.

In Abwandlung des Motto's "IG BAU - die tun was!" sagen die Mitglieder bei Shared Services "IG BAU - Wir tun das!". Organisierte Beschäftigte + aktiver Betriebsrat = Motor für Tarifverhandlungen! Und da sage noch einer: "die" Angestellten tun "nix".

Der Bezirksvorstand Nordbaden freut sich über diese aktiven Mitglieder und wünscht "Gutes Gelingen!"

IG BAU - die tun was!