IG BAU - die tun was!


"Wir stehen unter Strom" - Schluss mit Turbo-Putzen!


© IG BAU (Jürgen Rümmler)
Dortmund, 24.06.2016
Zwölf Uhr mittags an der Dortmunder Reinoldikirche: Sie sind bunt - sie sind laut - und sie bekommen viel Zuspruch von den Passanten. Die IG BAU begeht den Internationalen Tag der Gebäudereinigung mit einer Kundgebung - und die Kolleginnen und Kollegen machen sehr phantasievoll und anschaulich klar, welche Höchstleistungen sie täglich bringen.

Seit 2006 begeht die IG BAU am 15. Juni den "Internationalen Tag der Gebäudereinigung". Sie macht auf den Ursprung dieses internationalen Gedenktages aufmerksam und trägt die aktuelle Situation, der in der Reinigung Beschäftigten, in die Öffentlichkeit.

Zurück geht der Tag auf einen dreiwöchigen Streik der Reinigungskräfte unter dem Motto "Justice for Janitors" (Gerechtigkeit für die ReinigerInnen) im Century-City, einem Geschäftszentrum in Los Angeles (USA). Am 15. Juni 1990 wurde dort eine Demonstration von etwa 400 Menschen von der Polizei angegriffen. Zahlreiche Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Weltweit wurde in den Medien berichtet.

Nach einem Gerichtsverfahren musste die Polizei 3,5 Millionen Dollar an die Gewerkschaft SEIU (Service Employees International Union) zahlen. Der Streik endete mit einer 25-prozentigen Gehaltserhöhung und mit der Einführung betrieblicher Krankenversicherungsleistungen.

In einer kämpferischen Rede vor der Reinoldikirche in Dortmund gedachte Petra Vogel, Vorsitzende der Fachgruppe Gebäudereinigung im Bezirksverband Bochum/Dortmund, dieser Geschehnisse 1990 in Los Angeles.

Und nicht weniger kämpferisch ging sie auf die aktuellen Probleme der Gebäudereiniger und Gebäudereinigerinnen hier ein. Da ist die Rentenproblematik. "Vielen von uns wird im Alter kaum mehr als die Grundsicherung bleiben, obwohl sie jahrzehntelang hart gearbeitet haben!" rief Petra Vogel den Zuhörerinnen und Zuhörern zu. Was passiert, wenn wir im fortgeschrittenen Alter dem Arbeitsdruck nicht mehr gewachsen sind - fragen sich viele in der Branche. Der Leistungsdruck muss runter. Immer größere Flächen in immer kürzerer Zeit, das muss aufhören.

Es muss ein Ende mit den befristeteten Arbeitsverhältnissen haben, fordern die IG BAU-Leute. Das Reinigungsgewerbe muss raus aus den prekären Arbeitsbedingungen.

Gleicher Lohn in Ost und West sollte bis 2019 umgesetzt sein, so steht es in einer Vereinbarung mit den Arbeitgebern. Diese hat der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks vor kurzem - ohne Angabe von Gründen aufgekündigt. Nach 26 Jahren Deutsche Einheit ist das ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten in Ostdeutschland.

Darum stehen die Kolleginnen und Kollegen der Fachgruppe im Bezirksverband Bochum/Dortmund und überall in der Republik "unter Strom". "Respect for Cleaners" steht auf ihrem Banner und den fordern sie mit ihrer Aktion ein. Von zahlreichen Passanten an der Reinoldikirche werden sie dabei unterstützt.

IG BAU - die tun was!

© IG BAU (Jürgen Rümmler)
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