Reden


Grünen-Parteivorsitzende Simone Peter lobt Geschlechterquote

22. Ordentlicher Gewerkschaftstag


Berlin, 11.10.2017
In ihrem Grußwort an den 22. Ordentlichen Gewerkschaftstag der IG BAU lobt Simone Peter unter anderem die frisch beschlossene Geschlechterqute des IG BAU-Bundesvorstandes:

"Ich freue mich als Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen ganz besonders darüber, dass Ihr Euren Frauenanteil erhöht habt, dass es jetzt die erste Gewerkschaft mit Frauenquote gibt. Das sage ich ganz bewusst als Vorsitzende der ersten Partei mit einer Frauenquote, die sich gleich 50 Prozent geleistet hat. Ich glaube und bin überzeugt, dass das nach wie vor gut und wichtig ist, wenn man sich anschaut, wie es bei der Beteiligung von Frauen in der Gesellschaft und der Arbeitswelt weiterhin aussieht – darauf werde ich noch kommen. Da ist noch viel Nachholbedarf. Deswegen ist es gut, dass wir eine Gewerkschaft an der Seite haben, die eine Quote eingeführt hat. Ich sage immer: Ich bin Quotenfrau, ich bin stolz darauf, das zu sein. – Wir Frauen kämpfen weiterhin dafür, dass Frauen ihren Beitrag, ihren Anteil in Politik, Gesellschaft und Arbeitsleben einbringen."

"Liebe Kolleginnen und Kollegen, auch wenn das die FDP –und das werden harte Gespräche – oder der Verband der Familienunternehmen ungern hören: Aber die zunehmende Un-gleichheit in diesem Land zementiert die ungleichen Chancen. Das dürfen wir als Demokratinnen und Demokraten nicht hinnehmen. Für mich ist es ein zentrales Anliegen, der sozia-len Spaltung zu begegnen, alles dafür zu tun, dass wir endlich Armut hinter uns lassen, dass wir Ungleichheit auch in der Geschlechterfrage hinter uns lassen und dass wir die Möglich-keiten nutzen, dass die Kinder und Kindeskinder Chancen auch in Zukunft haben und sich nicht damit herumschlagen müssen, dass sie mit Minirenten abgespeist werden oder ei-nen Planeten vorfinden, der nicht mehr lebenswert ist. Das ist mein Anliegen. Dazu komme ich jetzt im Konkreten im Detail.

Wir werden in diesen Gesprächen deutlich machen, dass fast zwei Drittel der Gesamtsteuereinnahmen auf Steuern auf Arbeit entfallen und Vermögen kaum besteuert werden. Gleichzeitig besitzen die wohlhabendsten 10 Prozent der Haushalte zusammen 60 Prozent des Gesamtvermögens. Es ist absurd, Steuererhöhungen für Superreiche auszuschließen, aber Militärausgaben erhöhen zu wollen und dabei noch die schwarze Null zum heiligen Selbstzweck zu erklären. Ich finde, nur Reiche können sich einen schwachen Staat leisten. Wir werden dafür sorgen und wir werden dafür kämpfen, dass Gemeinwohl gestärkt wird, dass alle die Verantwortung tragen für einen starken Staat. Deswegen brauchen wir in der nächsten Legislatur viel mehr Spielräume für öffentliche Investitionen in die Infrastruktur, in die soziale Sicherung, in den Klimaschutz. Das ist unser Anliegen, und das werden wir in den Gesprächen sehr, sehr deutlich machen."