Forstwirtschaft und Naturschutz


Hilferufe aus dem Forst

Azubis treffen Landespolitiker in Pölsfeld


© IG BAU (Simon Horstmann)
14.11.2018
Sturmschäden, Dürre, Borkenkäfer und Personalnot - im Forst in Sachsen-Anhalt brodelt es. Das Personal arbeitet am Limit und zusätzlich verschärfen die extremen Wetterbedingungen des Jahres 2018 die Situation. Die mehr als angespannte Situation war Thema zum Forstpolitischen Austausch der Auszubildenden mit Vertreter_innen der Landes- und Kommunalpolitik im Sachsen-Anhaltinischen Pölsfeld.

Die Schäden im Wald liegen bei mehr als 350 Millionen Euro. 50 Prozent aller Landesforstbeschäftigten in Sachsen-Anhalt gehen bis 2020 in Rente. Der Altersdurchschnitt liegt bei 58 Jahren. Nur drei Azubis wurden in diesem Jahr übernommen. Wo sind die zugesagten Neueinstellungen? Steht der Kollaps im Staatsforst bevor?

Zu Gast beim Forstpolitischen Austausch waren unter anderem die Umweltministerin des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Claudia Dalbert (Grüne), die forstpolitischen Sprecher der Fraktionen SPD, CDU und Linke sowie zahlreiche Landtagsabgeordnete.

Es hagelte massive Kritik gegen die Personalpolitik im Forstbereich. Auf die Frage der Azubis, ob sie nach ihrer Ausbildung eine reale Chance auf Übernahme haben, blieb die Umweltministerin eine Antwort schuldig.

Das ist zu dünn, finden die IG BAU-Kolleg_innen der Region Sachsen-Anhalt/Thüringen/Sachsen. „Ist sich das Ministeriun seiner Verantwortung nicht bewusst?“ fragt Gewerkschaftssekretär Sascha Wollert. „Für wen ist Politik da? Für die Menschen! Wenn sich die Menschen aber nicht mehr repräsentiert sehen, wandern sie in nicht demokratische Parteien ab. Es stehen nicht weniger als der Forst und die Demokratie auf dem Spiel!“