Medien und Presse


Kritik an Unterdrückung von Arbeitsrechten in der Türkei

Kongress der internationalen Baugewerkschaften


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 18.12.2018
Die Arbeitslage türkischer Bauarbeiter ist dramatisch. Besonders deutlich wird dies beim Bau des neuen Istanbuler Flughafens. Selbst nach offiziellen Angaben starben beim Bau bereits 52 Menschen, Hunderte wurden verletzt. Schon im Herbst protestierten deshalb tausende Arbeiter für bessere Arbeitsbedingungen.

Doch statt die Nöte der Beschäftigten ernst zu nehmen und die internationalen Sicherheitsstandards einzuhalten, wurden protestierende Arbeiter verhaftet. Auch wenn der Flughafen bereits offiziell eröffnet wurde, werden die Bauarbeiten dort wohl noch weitere fünf Jahre andauern.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat ihre Solidarität mit den türkischen Bauarbeitern jetzt anlässlich einer Europakonferenz der internationalen Bau- und Holzarbeitergewerkschaften (BHI) in Adana/Türkei nochmals betont. In einem gemeinsamen Statement fordern die Teilnehmer der Konferenz die türkische Regierung auf, die internationalen Arbeits- und Gesundheitsstandards in der Türkei und insbesondere auf den Baustellen des Istanbuler Flughafens einzuhalten. Bauarbeiter, die wegen der Teilnahme an den Protesten inhaftiert wurden, dürfen nicht länger verfolgt werden, und es muss sichergestellt sein, dass sie auch künftig keine weiteren Nachteile erleiden. Der stellvertretende BHI-Präsident und IG BAU-Vize Dietmar Schäfers sagte: „Es ist selbstverständlich, dass wir die türkischen Bauarbeiter bei ihrem Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen unterstützen. Wann immer Arbeitsrechte missachtet und Arbeiter unterdrückt werden, ist es Aufgabe der Gewerkschaften internationale Solidarität zu organisieren. Deshalb werden wir auch in Zukunft eng an der Seite unserer türkischen Kolleginnen und Kollegen stehen.“

Gastgeber der BHI-Konferenz in Adana war die türkische Baugewerkschaft YOL-IS. Ihr Vorsitzender, Ramazan Agar, wurde zum stellvertretenden Präsidenten des Regionalausschusses Europa gewählt. Damit ist er der erste türkische Vertreter, der in dieses Amt gewählt wurde.