Medien und Presse - Politik muss für Migranten bessere Arbeitschancen schaffen

Politik muss für Migranten bessere Arbeitschancen schaffen

Internationaler Tag der Migranten


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 18.12.2017
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert stärkere Anstrengungen der Politik, Migranten in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Anlässlich des heutigen Welttags der Migranten sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger: „Am Bau, in der Gebäudereinigung und in der Landwirtschaft arbeiten Menschen aus vielen Ländern. Wir wissen deshalb aus eigener Erfahrung sehr gut, dass das gemeinsame Arbeiten ein besonders wichtiger Integrationsfaktor ist.

Leider haben in Deutschland Arbeitsuchende mit Mig-rationshintergrund besonders schlechte Chancen, einen Job zu finden. Das gilt nicht nur für Neuzuwanderer, sondern auch für diejenigen, die schon lange hier leben. Das ist nicht nur sozial schwierig, sondern auch ökonomisch unsinnig. Angesichts der Klagen der Wirtschaft über Fachkräftemangel und der demografischen Entwicklung ist es unverständlich, dass die Politik nicht stärker auf den Integrationsmotor Arbeit setzt.

Sie muss dafür die Programme für Sprach- und Qualifikationserwerb mit aller Kraft ausbauen. Grundvoraussetzung ist aber, dass Migranten und hiesige Arbeiter nicht gegeneinander ausgespielt werden. Ein Dumpinglohn für Zuwanderer ist nicht nur diskriminierend, er gefährdet auch den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft.“

Nach einer Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung sind Menschen mit Migrationshintergrund von einer gleichberechtigten Teilhabe am Arbeitsmarkt in Deutschland weit entfernt. Das gelte selbst für Migranten der zweiten Generation, also Menschen, die bereits hierzulande geboren wurden. Insgesamt tragen Migranten ein doppelt so hohes Risiko von Erwerbslosigkeit betroffen zu werden, wie deutsche Staatsangehörige.