Bildung / Berufsbildung - "... und ich soll gehen"

"... und ich soll gehen"

Todesurteile gegen Mitglieder der "Weißen Rose"

Das "Weiße-Rose"-Mahnmal an der Uni München.
Das "Weiße-Rose"-Mahnmal an der Uni München. © zplusz
22.02.2018
Sie sind 21, 24 und 23 Jahre – Sophie und Hans Scholl sowie ihr Freund und Kampfgefährte Christoph Probst. Alles Mitglieder der Widerstandsbewegung „Weiße Rose“, die den Machthabern des Naziregimes mutig und entschlossen entgegentraten. Und dafür mit ihren Leben bezahlten – heute vor 75 Jahren, am 22. Februar 1943, wurden die Todesurteile vollstreckt.

Weitere gegen Mitglieder der „Weißen Rose“ folgten.

Ihr „Verbrechen“? In der Urteilsbegründung heißt es: „Die Angeklagten haben im Kriege in Flugblättern zur Sabotage der Rüstung und zum Sturz der nationalsozialistischen Lebensform unseres Volkes aufgerufen, defaitistische Gedanken propagiert und den Führer aufs gemeinste beschimpft.“

Verhaftet wurden die Geschwister Scholl beim Verteilen eines dieser Flugblätter in der Münchener Universität, wo sie studierten.

Darin hieß es unter anderem: „Freiheit und Ehre! Zehn lange Jahre haben Hitler und seine Genossen die beiden herrlichen deutschen Worte bis zum Ekel ausgequetscht, abgedroschen, verdreht,wie es nur Dilettanten vermögen, die die höchsten Werte einer Nation vor die Säue werfen.Was ihnen Freiheit und Ehre gilt, das haben sie in zehn Jahren der Zerstörung aller materiellen und geistigen Freiheit, aller sittlichen Substanz im deutschen Volk genugsam gezeigt.

Auch dem dümmsten Deutschen hat das furchtbare Blutbad die Augen geöffnet, das sie im Namen von Freiheit und
Ehre der deutschen Nation in ganz Europa angerichtet haben und täglich neu anrichten. Der deutsche Name bleibt für immer geschändet, wenn nicht die deutsche Jugend endlich aufsteht, rächt und sühnt zugleich, ihre Peiniger zerschmettert und ein neues geistiges Europa aufrichtet.“

Vier Tage nach der Festnahme standen die Geschwister Scholl zusammenmit ihrem Freund Christoph Probst vor dem Volksgerichtshof. Noch am gleichen Tagw urden sie umgebracht.

Augenzeugen berichteten, dass die Drei selbst in ihren letzten Augenblicken nicht verzagten und zu ihren Taten standen. So verabschiedete sich Sophie Scholl mit den Worten: „So ein schöner Tag und ich soll gehen. Aber was liegt an unserem Leben,wenn wir es damit schaffen, Tausende von Menschen aufzurütteln und wachzurütteln.“

Ein Beitrag unserer Kollegin Christiane Nölle, erschienen in "Der Grundstein/Der Säemann" 2/2018.