Geschichte


1933 Zerschlagung der Gewerkschaften - 2. Mai 2013: Wir stärken Freiheit, Demokratie und Solidarität


© DGB (Simone M. Neumann)
02.05.2013
Am heutigen Donnerstag erinnert der Deutsche Gewerkschaftsbund in einer zentralen Gedenkveranstaltung in Berlin an die Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten am 2. Mai 1933. Hierzu erklärte Michael Sommer, DGB-Vorsitzender, in seiner Rede: "Viele Gewerkschafter wurden, sofern Sie nicht schon untergetaucht oder ins Exil gegangen waren, verhaftet oder in Konzentrationslager verschleppt, gefoltert, und nicht wenige wurden ermordet. Wir gedenken ihrer in Dankbarkeit für ihren Wagemut, ihre Risikobereitschaft, ihren Widerstand.

Denn ihnen verdanken wir nicht mehr und nicht weniger als unser Bekenntnis zu Demokratie und Freiheit, ohne das die Gewerkschaften nicht existieren und kämpfen können.

Auch deshalb bekennen wir uns ausdrücklich in unseren Satzungen dazu, von dem im Grundgesetz geschützten Widerstandsrecht Gebrauch zu machen, wenn Freiheit und Demokratie in ihren Grundfesten gefährdet sind oder angegriffen werden.

Unsere unmittelbaren Freiheitsrechte sind festgeschrieben in Artikel 9, Absatz 3 unseres Grundgesetzes. Nur mit Vereinigungsfreiheit und Koalitionsrecht, Tarifautonomie und Streikrecht können wir dem Kapital auf Augenhöhe entgegen treten. Das ist die Grundlage unserer Gestaltungsfähigkeit - auch die Basis für eine soziale Partnerschaft.

Zentrales Vermächtnis derer, die aus Zersplitterung und Streit in der Weimarer Republik gelernt haben, ist die Gewerkschaftseinheit. Sie war der wichtigste Auftrag, den uns die Häftlinge der Konzentrationslager und Nazi-Gefängnisse auf den Weg gaben: Schafft die Einheit!

Dieser Gedanke trägt uns und ist lebendig wie damals:
Frauen und Männer, jung und alt, Beamte, Arbeiter und Angestellte, in einer Gewerkschaft - frei von Rassismus und tolerant untereinander, unabhängig von Parteien, Kirchen oder weltanschaulicher Bindung.

Ein Betrieb, eine Gewerkschaft, keine Tarifkonkurrenz, keine Organisationskonkurrenz. Einig, nur dem Wohl der arbeitenden Menschen verpflichtet - in einer freien und demokratischen Gesellschaft. Das ist der Kern der Lehren, die wir gezogen haben. Es ist eine Erkenntnis, die ihre Strahlkraft nicht verloren hat."