Arbeit und Wirtschaft


Am 1. Mai für unsere Rechte demonstrieren


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
16.04.2016
Es ist „Zeit für mehr Solidarität“ – das ist unser gemeinsames Motto der DGB-Gewerkschaften zum 1. Mai in diesem Jahr. Zusammenhalt und das gemeinsame Eintreten für die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ist die Grundlage unseres Sozialstaates, der in Deutschland nicht umsonst Verfassungsrang genießt. In den vergangenen Jahren wurde er dennoch immer stärker beschnitten.

Das Wachstum stieg, es kam aber nur bei den Reichsten an. Jüngst hat die Bundesbank in ihrem Vermögensbericht festgestellt, dass das Geld hierzulande sehr ungleich verteilt ist und sich die Schere weiter öffnet. Danach besaß 2014 die untere Hälfte gerade einmal 2,5 Prozent des gesamten Nettovermögens, während den obersten zehn Prozent der Haushalte 59,8 Prozent gehörten. Vier Jahre zuvor waren es erst 59,2 Prozent.

Ein wichtiger Grund für diese Entwicklung waren die seit 1992 mehr als 20 Jahre stagnierenden Reallöhne. Das kostet nicht nur Kaufkraft und schwächt so die Wirtschaft. Es schadet gleichzeitig den Bildungs- und damit den Aufstiegschancen, weil die Beschäftigten kaum mehr Geld in die Ausbildung ihrer Kinder investieren können.

Dass diese Entwicklung auf Dauer nicht gut gehen kann, dämmert inzwischen auch vielen Wirtschaftsexperten. So kritisiert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Deutschland für die wachsende Ungleichheit. Diese habe zwischen 1990 und 2010 sechs Prozent des Wirtschaftswachstums gekostet.

Es ist gut, dass in Wirtschaft und Politik ein Umdenken beim Thema Verteilung einsetzt. Aber wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass die „da oben“ die richtigen Entscheidungen treffen. Wir können und wir müssen selbst für unsere Rechte kämpfen. Der 1. Mai ist dafür die beste Gelegenheit!

IG BAU-Redner bei den Mai-Kundgebungen
Robert Feiger11 Uhr, Wolfsburg, Rathausvorplatz
Harald Schaum12 Uhr, Bremen, Domhof
Carsten Burckhardt10 Uhr, Chemnitz, Neumarkt
Ulrike Laux10 Uhr, Osnabrück, August-Bebel-Platz 1