Gesundheit und Rente


Angst vor Altersarmut hat die Mittelschicht erreicht

© 2012 DGB-Index Gute Arbeit
© 2012 DGB-Index Gute Arbeit
21.11.2012
Fast 40 Prozent der ArbeitnehmerInnen rechnen nicht damit, dass ihre gesetzliche Rente zum Leben reicht. Das geht aus einer Umfrage des DGB-Index Gute Arbeit hervor. Selbst ein Drittel der Beschäftigten mit einem Einkommen zwischen 2000 bis 3000 Euro glaubt inzwischen nicht mehr an ein gutes Auskommen im Alter. Gut von ihrer Rente leben können werden nach ihrer Einschätzung hingegen nur 17 Prozent, sehr gut gerade mal zwei Prozent der Beschäftigten.

DGB-Bundesvorstandsmitglied Annelie Buntenbach erklärte dazu heute in Berlin:

„Die Tatsache, dass mehr als ein Drittel der Beschäftigten nicht auf eine ausreichende Rente vertraut, ist eine deutliche Aufforderung an die Bundesregierung, den Sturzflug der Renten aufzuhalten. Die Zahlen zeigen, dass die berechtigte Angst vor Altersarmut längst die Mittelschicht erreicht hat. Das bisherige Klein-Klein der Koalition in der Rentenpolitik ist absolut unzureichend. Wir brauchen einen klaren Schnitt, um das Niveau der Renten auch für die Zukunft zu halten. Dies ist sogar innerhalb der gesetzlichen Beitragsziele möglich.

Die von der Regierung geplante Senkung des Rentenbeitrags ist das glatte Gegenteil dessen, was notwendig ist. Bei einer Beitragssenkung auf 18,9 Prozent ist jetzt schon absehbar, dass die Reserven der Rentenversicherung in wenigen Jahren verpulvert und damit noch weitere Kürzungen der Rente für die Zukunft festgeschrieben werden. Die geplante Beitragssatzsenkung trägt deshalb maßgeblich zum Vertrauensverlust bei.

Wir brauchen einen nachhaltigen Konsens in der Rentenpolitik und fordern, auf die Beitragssatzsenkung am besten ganz zu verzichten oder sie zumindest so zu begrenzen, dass die Rücklagen nicht schmelzen wie Schnee in der Sonne.“