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Arbeitgeber verweigern überfällige Lohnangleichung Ost-West

Tarifverhandlung für das Gebäudereiniger-Handwerk


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 20.06.2017
Nach Vorstellung der Arbeitgeber im Gebäudereiniger-Handwerk wird es auch zukünftig keine Lohngerechtigkeit für den Osten Deutschlands geben. Die entsprechende Forderung lehnten sie in der heutigen zweiten Verhandlung in der Tarifrunde für die Branche nachdrücklich ab.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks trennten sich nach sehr zähen Gesprächen ohne Ergebnis.

„Es gibt auch in der zweiten Verhandlungsrunde keinen Fortschritt. Die Arbeitgeber blockieren auf ganzer Linie“, sagte IG BAU-Bundesvorstandmitglied und Verhandlungsführerin Ulrike Laux. „Sämtliche Zusagen über ernsthafte Verhandlungen vor dem Start der Tarifrunde, haben sich heute als Sprechblasen erwiesen. In ihrer Argumentation verstecken sich die Arbeitgeber hinter den Kunden und schieben ihnen den Schwarzen Peter zu. Angeblich sind es die Kunden der Gebäudereinigungs-Betriebe, die Dumpinglöhne für die Beschäftigten voraussetzen. Dabei zeigen Beispiele aus anderen Branchen, dass die Firmenkunden sehr wohl bereit sind, mehr für qualitativ hochwertige und zuverlässige Arbeit fair zu bezahlen.“

Die IG BAU fordert einen Euro mehr pro Stunde. Für den Osten muss die Lohnangleichung Ost-West bis spätestens 2019 vollzogen sein. Das war bereits in einer Vereinbarung von 2011 von den Arbeitgebern zugesagt, die sie jedoch vor einem Jahr einseitig gekündigt hatten. Derzeit besteht noch eine Ost-West-Lücke von rund zehn Prozent. Zudem fordert die IG BAU den Einstieg in ein Weihnachtsgeld.

Neben der Ost-West-Angleichung verweigern sich die Arbeitgeber auch einer generellen Lohnerhöhung. Sie legten kein eigenes Angebot vor. „Der Wettbewerb soll allein auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Hier spielen die Arbeitgeber auch gesamtgesellschaftlich ein sehr gefährliches Spiel“, sagte Laux. „Sie drohen damit die Beschäftigten gegeneinander auszuspielen, indem sie laut über den Einsatz von Wanderarbeitern nachdenken. Wer sich so verhält, treibt den Rechten die Wähler zu und tut nichts dagegen, dass sich am Ende nur die radikalsten Lohndrücker am Markt halten. Das lehnen wir ab.“

Die Verhandlungen werden am 6. September 2017 in Frankfurt am Main fortgesetzt.

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