IG BAU - die tun was!


Aus Wut wird Mut


© IG BAU
31.01.2014
In der Chipfabrik „Globalfoundries“ am Rand von Dresden arbeiten 120 Reinigungskräfte der Firma A. Greitner Gebäudereinigung + Service GmbH München. Im September 2013 traten Aktive der Firma an die IG BAU heran und schilderten ihre Probleme. Das Arbeitsklima hatte sich sehr verschlechtert: respektloser Umgang mit den Mitarbeitern, befristete Arbeitsverträge, Mobbing, Kürzung von langjährig gewährten außertariflichen Leistungen und vieles mehr brannte den Kolleginnen und Kollegen auf den Nägeln.

In mehreren Aktiventreffen wurden die Ziele erarbeitet und abgesteckt: „Was beschäftigt die Kolleginnen und Kollegen im Objekt, wo liegen ihre Schwerpunkte, Zutritt der IG BAU erreichen, Bekanntheitsgrad der IG BAU erhöhen, Stärkung der Betriebsgruppe, Bündnispartner gewinnen, Betriebsrat wählen.“

Dann der erste Schock. Einem aktiven Mitglied, seit mehr als 10 Jahren im Objekt, wurde unter fadenscheinigen Gründen fristlos gekündigt. Die eingereichte Kündigungsschutzklage war erfolgreich: die Firma zog die Kündigung zurück, der Kollege ist wieder im Objekt.

Durch die strengen Sicherheitsmaßnahmen war der Zugang zum Objekt für die Sekretäre der IG BAU anfangs schwierig. Mit Hilfe des Betriebsrates der Globalfoundries wurde schließlich der Weg geebnet. Am 16. Oktober 2013 fand eine erste Infoveranstaltung direkt im Werk statt. 35 Kolleginnen und Kollegen bewiesen Mut und kamen zu dieser Veranstaltung.

Gemeinsam mit ihnen besprachen die Gewerkschaftssekretäre Christine Pötzsch und Steffen Krause, welches ihre Schwerpunkte sind. Auf einer Pinnwand konnten die Beschäftigten mit Klebepunkten darüber abstimmen, welche Fragen in Angriff genommen werden sollten. Ein Grundanliegen war die baldige Betriebsratswahl und die Zahlung des zusätzlichen Urlaubsgeldes. Am 30. Oktober 2013 war es dann soweit. Der Wahlvorstand wurde bestellt und nahm seine Arbeit auf. Kurz vor Weihnachten platzte dann die Bombe: A. Greitner verliert zum 1. April 2014 den Auftrag an die Firma Dussmann.

Derzeit laufen die Bewerbungen und Einstellungen bei der neuen Firma. Ein erstes Gespräch mit dem Niederlassungsleiter und der IG BAU brachte als Ergebnis: Der überwiegende Teil der Beschäftigten wird übernommen. Weitere Gespräche werden folgen.

Was haben die Beschäftigten und ihre IG BAU bis jetzt gemeinsam erreicht? Der Zugang zum Objekt ist leichter geworden. Die IG BAU hat ein Gesicht bei den Reinigungskräften im Objekt. Sie lassen sich nicht mehr alles gefallen und halten besser zusammen. Der Organisationsgrad konnte um 10 Prozent erhöht werden. Mit der Betriebsgruppe ist die IG BAU im ständigen Kontakt und kann sofort reagieren. Mitglieder der IG BAU zeigen sich und erhalten bei Greitner das zusätzliche Urlaubsgeld.

Der besondere Dank der KollegInnen und ihrer IG BAU gilt dem Betriebsrat und den Vertrauensleuten der IG BCE bei „Globalfoundries“. Durch ihr anfängliches Aushängen der IG BAU-Flugblätter und -Informationen und die Gespräche mit den Reinigungskräften sind sie ein guter Partner.

IG BAU – die tun was!