Internationales


BHI sagt Nepal Solidarität und Unterstützung zu


05.05.2015
In Nepal hat das schwerste Erdbeben seit 80 Jahren mit einer Stärke von 7,9 auf der Richterskala viele Todesopfer gefordert. Den Angaben zufolge verloren mehr als 3.200 Menschen ihr Leben. Tausende wurden verletzt und die Zahl der Opfer steigt noch weiter. Als Folge des Bebens bildete sich in der Nähe des Mount Everest eine Lawine, die mehr als 22 Menschen mit sich in den Tod riss.

Das Erdbeben ereignete sich am vergangenen Samstag, den 25. April 2015 kurz vor Mittag Ortszeit. Das Epizentrum des Bebens befand sich bei Lamjung, ca. 80 km nordwestlich von Kathmandu. Dieses Gebiet wird von der US-amerikanischen Forschungsorganisation U.S. Geological Survey (USGS) als eine der weltweit am stärksten von Erdbeben bedrohten Regionen klassifiziert. Das Beben war auch in den Städten Bhaktapur, Lalitpur sowie in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu deutlich zu spüren. Zahlreiche Gebäude in der Hauptstadt stürzten ein – darunter auch Tempel und Bauten in Teilen der Altstadt, wie beispielsweise der zum Unesco-Weltkulturerbe zählende Durbar-Platz und der Dharahara-Turm. In der Region kommt es zu weiteren Nachbeben. Dadurch sind die Menschen gezwungen, die Nächte im Freien zu verbringen. Ausläufer des Bebens waren auch in Indien und China spürbar.

BHI-Generalsekretär Ambet Yuson sprach im Hinblick auf die Tragödie sein tiefstes Mitgefühl aus und sagte seine Unterstützung zu: „Es ist eine Zeit der Trauer in Nepal. Die internationale Gewerkschaftsbewegung trauert mit dem Land. Es ist aber auch eine Zeit des Handelns. Viele Menschen haben bei einem der größten Erdbeben der letzten Zeit ihr Leben verloren oder wurden verletzt. Wir müssen den Betroffenen, unsere Brüder und Schwestern in Nepal und in den angrenzenden Ländern wie Indien und China, unsere größtmögliche Solidarität und Unterstützung gewähren. Wir sind derzeit in engem Kontakt mit unseren nepalesischen Mitgliedsgewerkschaften und mit nationalen Gewerkschaftszentralen und sagen ihnen in dieser Stunde der Not jedwede Unterstützung zu.”

Der Koordinator des Ausschusses der nepalesischen BHI-Mitgliedsgewerkschaften (CUPPEC, CAWUN & ANCWU) sprach seinen Dank für die weltweite Unterstützung und die in der ganzen Welt zum Ausdruck gebrachte Sorge um das Wohl der Gewerkschaftsmitglieder, ihrer Familien und Gemeinschaften aus. Er stellte fest: “Das Erdbeben hat Nepal in eine sehr schwierige Lage versetzt. Es wird Jahre in Anspruch nehmen, bis wir wieder ein normales Leben führen können und die Infrastruktur wieder aufgebaut haben. Während wir uns noch in der Krise hinsichtlich der Ausarbeitung einer neuen Verfassung für unser Land befanden, wurden wir durch dieses verheerende Erdbeben noch von einer weiteren Krise heimgesucht. Wie uns berichtet wurde, wurden die Häuser vieler unser Mitglieder beschädigt. Wir geben unser Bestes, sie zu unterstützen. Gemeinsam werden wir diese Krise langsam aber sicher überwinden. Wir danken der BHI und der weltweiten Gewerkschaftsbewegung für ihren Beistand in dieser schweren Zeit.”

Die nepalesische Regierung hat den Notstand ausgerufen. Aufgrund des Bebens funktioniert die Wasser- und Stromversorgung nur sehr mangelhaft. Die Rettungsaktionen laufen derzeit auf Hochtouren. Regierungen und internationale Organisationen in der ganzen Welt senden derzeit spezialisierte Rettungskräfte, Ärzte, Medikamente und notwendige Ausrüstungen in das Land und stellen finanzielle Unterstützung bereit.

Als Reaktion auf zahlreiche seitens ihrer Mitgliedsgewerkschaften und ihren Partnern eingegangenen Hilfsangebote und Anfragen, wird die BHI einen dringenden Hilfeaufruf lancieren und einen Solidaritätsfonds ins Leben rufen. “Wir werden humanitäre Hilfe leisten, um den unmittelbaren Bedarf an Nahrung, Kleidung, Unterkunft und medizinischer Versorgung unserer nepalesischen Mitglieder zu decken. Wir hoffen allerdings auch, langfristige Hilfe in der Wiederaufbauphase bereitstellen zu können, um zum Wiederaufbau des Landes beitragen zu können”, so BHI-Generalsekretär Ambet Yuson.