IG BAU - die tun was!


Bauarbeiter tragen ihre Forderungen zu Markte!


© IG BAU (Dieter Jakob)
Ulm, 15.03.2013
Samstagvormittag, beste Einkaufszeit auf dem Ulmer Marktplatz. Die Gruppe Männer in den signalgelben Warnwesten erregt Aufsehen. Ihre rot-weißen Fahnen sind weithin sichtbar. Es sind die Kollegen der Aktiven-Kerngruppe des IG BAU-Bezirksverbandes Südwürttemberg – und sie tragen ihre Forderungen für die diesjährige Tarifrunde im wahrsten Sinne des Wortes „zu Markte“.

An diesem Vormittag hatte die Aktiven-Kerngruppe aus erster Hand erfahren, wie die Tarifverhandlungen am Bau laufen. Andreas Harnack, Fachreferent beim Bundesvorstand, hatte die Kollegen im Bezirksverband Südwürttemberg über den Verlauf der zweiten Verhandlungsrunde am Vortag informiert.

Wie Andreas berichtete, waren die Arbeitgeber wieder nicht bereit, ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch zu legen. Noch schlimmer: die Vertreter des Handwerks Ost seien nicht einmal am Verhandlungstisch erschienen. „Jetzt muss der Druck in den Betrieben wachsen“, so Andreas. „Nur wenn die Arbeitgeber es richtig spüren, dass die Beschäftigten mehr brauchen und wollen, dann kriegen wir was gebacken“.

Die Aktiven zeigten ihr Unverständnis für das Verhalten der Arbeitgeber sofort. Spontan zogen sie mit Warnwesten, Mützen, Fahnen und Trillerpfeifen ausgerüstet über den Ulmer Wochenmarkt. Bei den Ulmern ernteten sie viel Zustimmung. „Wer bei Wind und Wetter draußen schwer arbeitet, braucht eine ordentliche Bezahlung“, meine eine junge Frau, die gerade ihre Einkäufe erledigte.

Aktiv werden, die Kollegen informieren und sie mit ins Boot nehmen, sie aktivieren – dass sind die Aufgaben, die jetzt anliegen. „Ihr seid der Kern der Aktiven, lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass er wächst und dass wir die Tarifrunde zum Erfolg führen“, so Andreas weiter in seinen Ausführungen.

„Wir brauchen mal wieder eine richtige Lohnerhöhung“, so Karl Bosch, einer der Aktiven. „Ich sehe nicht ein, dass alle am wirtschaftlichen Aufschwung verdienen, nur wir nicht“, kommentierte Armin Herfort, Vorsitzender der Fachgruppe Bauhauptgewerbe im BzV Südwürttemberg. „Ich kämpfe für unsere Teilhabe am Erfolg“, so Karl-Heinz Stöttner, Betriebsrat und Mitglied im Bezirksvorstand.

IG BAU-Gewerkschaftssekretär Dieter Jakob sagte dazu: „Dass die Arbeitgeber immer noch kein Angebot vorgelegt haben und die Vertreter des Handwerks Ost nicht einmal mehr am Verhandlungstisch erscheinen, ist für mich eine extreme Form der „Wertschätzung“ der Beschäftigten, nämlich eine negative! Eine Branche, die extrem über einen Facharbeitermangel klagt und Probleme hat, junge Menschen für eine Ausbildung am Bau zu gewinnen, kann sich so ein Verhalten gar nicht leisten!“

Die Kollegen sind sich einig: jetzt ist es an der Zeit, dass in den Betrieben die Forderungen der Beschäftigten deutlich sichtbar, spürbar und hörbar gemacht werden: „Ich bin einer – einer von rund 750.000 Beschäftigten der Bauwirtschaft“! Unter dem Motto „Jetzt sind wir dran“, soll das Ruder herumgerissen werden.

IG BAU – die tun was!

© IG BAU (Dieter Jakob)
© IG BAU (Dieter Jakob)