Bauen und Wohnen


Bezahlbarer Wohnraum weiterhin Mangelware


© IG BAU (R+W)
11.09.2014
Der Wohnungsmarkt darf von der Politik nicht wie andere Märkte behandelt werden. Preise dürfen bei Wohnungen nich twie bei Kartoffeln zwischen Kunde und Anbieter frei ausgehandelt werden. Die Menschen brauchen ein Dach über dem Kopf und das dort,wo sie arbeiten. Vor allem in den Metropolen fehlt Wohnraum. Die Mieten steigen dort – auch getrieben durch Spekulanten – ins Unbezahlbare. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) wirbt deshalb zusammen mit dem Deutschen Mieterbund und Verbänden der Bauwirtschaft für mehr Mietwohnungsbau und sozialen Wohnungsbau.

Auf dem 6.Wohnungsbautag in Berlin sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger: „Gefordert sind Maßnahmen seitens der Politik, die am Ende zu tragbaren Baukosten und damit zu einem größeren Angebot von Wohnungen mit bezahlbaren Mieten führen.“

Eine Studie des Pestel-Instituts schlägt konkrete Punkte für Kostensenkungen vor. Dazu zählen eine erhöhte steuerliche Abschreibung, wie es sie früher bereits gab, Landesförderprogramme, die die Zinsen senken, sowie die günstigere Abgabe von Bauland durch Kommunen. „Zudem sollten die Gemeinden die Investoren bei Neubauprojekten auf spürbare Anteile für bezahlbaren Wohnraum verpflichten“, sagte Feiger. „Mit diesen Vorschlägen werden wir bewusst deutlich konkreter als die Absichtserklärungen zwischen der Bundesbauministerin Barbara Hendricks und den Verbänden im Sommer.“

Eine weitere Studie der Kieler Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen machte deutlich, dass durch teils überzogene Vorschriften die Kosten im Geschosswohnungsbau unnötig in die Höhe getrieben werden. Dies gilt für die IG BAU ausdrücklich nicht für energetische Anforderungen, die sich im Lebenszyklus des Gebäudes amortisieren.

Wie notwendig mehr Wohnraum ist, zeigt nicht zuletzt die Zuwanderung nach Deutschland. Diese hat gerade die Höchstmarke von 430 000 im Jahr erreicht. Immer mehr Menschen wollen in den Ballungsräumen wohnen.