Bildung / Berufsbildung


"Bildungsarbeit öffnet den Kopf"


© IG BAU (Dietmar Gust)
14.11.2013
Carsten Burckhardt ist seit September im Bundesvorstand der IG BAU. Zu seinen Aufgabenbereichen gehört „Bildung“ – und damit auch die Bildungsstätte Steinbach. Was er für die kommenden Jahre plant, erzählt er im Interview im "Steinbach-Info".

Wie stellst Du Dir die Bildungsarbeit in der IG BAU zukünftig vor?
Carsten Burckhardt: Ich stehe für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aller gewerkschaftlicher Akteure in unserer IG BAU. Und genau da ist die Bildungsarbeit ein wesentlicher Faktor des Erfolgs. Betriebliche und politische Bildungsarbeit haben in unserer IG BAU eine gute Tradition. Diese muss aber an einigen Stellen weiter neu gedacht und professionalisiert werden. Das will ich angehen.

Heutzutage darf es in Seminaren nicht nur um pure Wissensvermittlung gehen. Es geht vielmehr um die Fähigkeit, Prozesse in Unternehmen, im Betrieb und in der Gesellschaft zu analysieren, Ziele und Handlungsmöglichkeiten zu ermitteln und systematisch anzugehen. Das ist nur dann wirklich erfolgreich, wenn man die IG BAU vor Ort mit einbezieht.

Was kann in der Bildungsstätte Steinbach getan werden, damit Qualität und Auslastung noch besser werden?
Mein Ziel ist, dass unsere Bildungsstätte zum „Haus der Bildung“ der IG BAU wird – ein Kompetenzzentrum, eine Ideenschmiede. Ein Haus, wo sich Mitglieder und Gäste wohlfühlen. Dazu gehören in erster Linie attraktive Seminarangebote. Aber auch Service- und Kundenorientierung ebenso wie attraktive Seminarräume und Gästezimmer. Eine gute und gesunde Küche ist ein absolutes Muss. Unser „Haus der Bildung“ ist ein Ort, in dem man diskutiert, inhaltlich streitet, Ideen spinnt, Netzwerke knüpft, gut gerüstet nach Hause fährt und auch gerne wiederkommt.

Was heißt für Dich „gewerkschaftliche Bildung? Wie hast Du diese selbst erlebt?
Ich komme aus der gewerkschaftlichen Jugendarbeit und war seither aktiv in der Bildungsarbeit. Erst als Teilnehmer, später selber als Referent. Das Gelernte konnte ich super in meiner Arbeit einsetzen. Bildungsarbeit „öffnet den Kopf“, gibt einem Selbstvertrauen und Kraft, Probleme anzupacken, hilft, kreative Lösungen zu finden. Bildungsarbeit macht Spaß und fördert die Solidarität.

2014 sind Betriebsratswahlen. Was ist das Wichtigste bei der Vorbereitung und Durchführung der Wahlen?
Das Wichtigste sind für mich organisierte aktive Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben, die mit ihrer Gewerkschaft Hand in Hand arbeiten. Die den Mut haben, für den Betriebsrat zu kandidieren, um die Interessen der Beschäftigten in ihrem Betrieb zu vertreten. Die Selbstvertrauen und Ausdauer haben, Konflikte aushalten, die Demokratie und Mitbestimmung im Betrieb gemeinsam mit ihrer IG BAU leben.