Bildung / Berufsbildung


Bloß nicht stehen bleiben

Dietmar Schäfers (rechts) bedankt sich bei Wolfgang Kawollek für die langjährige, engagierte Arbeit.
Dietmar Schäfers (rechts) bedankt sich bei Wolfgang Kawollek für die langjährige, engagierte Arbeit. © IG BAU (Kalle Meyer)
01.04.2013
Es gibt noch viel zu tun: Packen wir es an. So lassen sich die Diskussionen während der Konferenz der Bundesarbeitskreise Handwerk und Berufliche Qualifizierung zusammenfassen. Den „Branchendialog“ forderte Dietmar Schäfers, Stellvertretender Bundesvorsitzender der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), in seiner Rede. Mehr Miteinander, mehr Diskussion, mehr Erfahrungsaustausch innerhalb der IG BAU wünsche er sich für die Zukunft.

„Wir dürfen nicht stehen bleiben, wir müssen uns weiterentwickeln.“ Bei seinen Ausführungen sparte Schäfers allerdings auch nicht mit Selbstkritik. Immer öfter gebe es in den verschiedensten Gremien Probleme, die IG BAU adäquat zu vertreten. „Wir tun uns schwer, Prüfungsausschüsse zu besetzen“, nannte er ein Beispiel. Ein ernstzunehmendes Problem, denn nach wie vor sind Ausbildung und Weiterbildung „elementar in unserer Gesellschaft“. Und da müsse die Stimme der IG BAU auch lautstark zu hören sein.

Zumal die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe immer mehr zurückgehe. „Im Jahr 2012 haben nur noch 21,7 Prozent der Betriebe ausgebildet“, am Bau waren es 21 Prozent. Auf der anderen Seite werde Fachkräftemangel beklagt. „Noch immer gibt es viele junge Menschen ohne Ausbildung“, dieses Potenzial müssten die Betriebe ausreizen. Eine „zweijährige Schmalspurausbildung“ gebe es mit der IG BAU aber nicht. „Wir müssen unser duales Ausbildungssystem verteidigen“ und das Handwerk für junge Menschen wieder attraktiver machen. „Aber mit Sprüchen und Werbeplakaten allein geht das nicht.“

Wir groß die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit in Sachen Ausbildungsqualität tatsächlich ist, verdeutlichte Werner Baas, alter und neuer Sprecher des Vorstands der IG BAU-Bundeshandwerkskonferenz. Anhand von Umfragen unter Auszubildenden zeigte er auf, wie schlecht Auszubildende im Handwerk ihre Arbeitsbedingungen einschätzen. Abhilfe könnten hier verschärfte Kontrollen seitens der Ausbildungsberater der Handwerkskammern in den Betrieben leisten, waren sich Baas und zahlreiche andere Diskussionsteilnehmer einig.

Abschied nehmen hieß es am Konferenzwochenende von Wolfgang Kawollek in seiner Funktion als Vorsitzender des Bundesarbeitskreises Berufliche Qualifizierung. Er stellte sich aus Altersgründen nicht mehr zur Wiederwahl und gab zum Abschied einen Rück- und Ausblick auf die Arbeit dieses Gremiums. „Die Entscheidungen werden nicht weniger werden“, ist er sich sicher. Die Stufenausbildung in der Bauwirtschaft beibehalten, kompetente Mitsprache bei Ausbildungsinhalten und – dauer – es gibt genug zu tun. „Deswegen müssen wir vor Ort aktiv sein und die Dinge anpacken.“

Ein Beitrag unserer Kollegin Christiane Nölle, erschienen in der IG BAU-Mitgliederzeitschrift "Der Grundstein/Der Säemann, April 2013).

Vorstand der Bundeshandwerkskonferenz

Sprecher des Vorstands Werner Baas (BzV Südbaden), Karsten Berlin (Berlin), Andreas Brieske – Stellvertreter (Wiesbaden-Limburg), Bernhard Bohr (Osnabrück-Emsland), Frank Hartmann – Stellvertreter (Berlin), Herbert Herrmann (Ostwestfalen-Lippe), Michael Lehnert (Südwest-Pfalz), Petra Lindenblatt – Stellvertreter (Wiesbaden-Limburg), Uwe Missbüchler – Stellvertreter (Mittelfranken), Carla Rodriguez-Fernandes (Rhein-Main) Gerald Nicklas – Stellvertreter (Oberfranken), Josef Reinert (Saar-Trier), Michael Schulz – Stellvertreter (Holstein), Peter Schühly – Stellvertreter (Nordbaden), Thomas Sengewald (Land Bremen und Umzu) und Alfred Veeth (Mainfranken).

© IG BAU (Kalle Meyer)

Bundesarbeitskreis Berufliche Qualifizierung

Vorsitzender Dietbert Arnold (BzV Land Bremen und Umzu), Franz-Josef Bauhaus (Emscher-Lippe-Aa), Katharina Böhm (Wiesbaden-Limburg), Wolfgang Bostelmann (Bochum-Dortmund), Jens Bürger (Nordwest-Niedersachsen), Detlef Dierig (Westfalen Mitte-Süd), Bernhard Gryska-Niestroj (Bochum-Dortmund), Mario Hendel (Nordwest-Sachsen), Martina Herold (Oberbayern), Regina Grüneberg (Südbrandenburg), Gitta Kolmar (Rhein-Main), Heike Maßholder (Gelnhausen-Friedberg), Rainer Nörthen (Bochum-Dortmund), Rainer Schuhmann (Berlin) und Matthias Wurtzel (Hamburg). Andreas Brieske als Vertreter des Bundesarbeitskreises Handwerk.

© IG BAU (Kalle Meyer)