Gesundheit und Rente


DGB-Rentenmodell: Stabile Rente und hohe Rücklagen


© DGB
18.07.2013
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) weist die Kritik der Versicherungswirtschaft am DGB-Rentenmodell zurück. Der Aufbau einer Demografie-Reserve ermöglicht eine langfristige Stabilisierung des Rentenniveaus, ohne dass es zu Beitragssprüngen kommt. Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandmitglied, sagte dazu am Donnerstag in Berlin:

"Die Kritik von Versicherungswirtschaft und Arbeitgeberseite am DGB-Rentenmodell ist völlig haltlos. Wenn zum nächsten Jahr damit begonnen wird, eine Demografie-Reserve aufzubauen, kann das heutige Rentenniveau langfristig stabilisiert werden und trotzdem bliebe bis zum Jahr 2030 noch eine Rücklage in Höhe von 221 Milliarden Euro. Dazu muss der Rentenbeitrag nicht stärker erhöht werden, als es die Bundesregierung ohnehin plant.
Gleichzeitig besteht noch ein deutlicher Spielraum für weitere Leistungsverbesserungen, die dringend nötig sind. Dies ist allein deshalb möglich, wenn der Beitragssatz gleichmäßig in kleinen Schritten der demografischen Entwicklung angepasst wird. Durchschnittsverdiener kostet das im ersten Schritt nur 4,05 Euro im Monat.

Das DGB-Rentenmodell ist solidarisch, nachhaltig und generationengerecht. Die Vorsorge wird nicht privatisiert, sondern paritätisch innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung organisiert. Es ermöglicht nicht nur die Stabilisierung der Rente, sondern verhindert auch Beitragssatzsprünge. Das Modell zeigt, dass eine Senkung des Rentenniveaus auch bei einer Beitragsbegrenzung auf 22 Prozent im Jahr 2030 nicht erforderlich ist.

Die Riester-Rente ist eine einseitige Zusatzbelastung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, mit der die Senkung des Rentenniveaus nicht ausgeglichen werden kann. Nach dem Rentenversicherungsbericht 2012 wird das Versorgungsniveau aus gesetzlicher Rente und Riester-Rente künftig selbst bei optimistischen Annahmen unter dem Niveau der gesetzlichen Rente allein vor der Riester-Reform liegen. In Wahrheit liegt das Niveau noch niedriger, weil die Sparquote und die Verzinsung geringer sind als in den Annahmen.

Außerdem stellt die Bundesregierung in ihrem aktuellen Alterssicherungsbericht selbst dar, dass gerade Geringverdiener überdurchschnittlich oft gar keine zusätzliche Absicherung haben. 42 Prozent der Beschäftigten mit einem Bruttolohn von unter 1.500 Euro im Monat können sich eine private Zusatzvorsorge gar nicht leisten. Diese 1,8 Millionen Menschen nehmen weder an betrieblicher noch an staatlich geförderter privater Alterssicherung teil. Der erste entscheidende Schritt zur Vermeidung von Altersarmut muss deshalb sein, das Rentenniveau zumindest auf dem heutigen Niveau zu sichern."