Gesundheit und Rente


Den Trend zu mehr Altersarmut stoppen


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
06.09.2016
Die Bundestagswahl im kommenden Jahr wirft ihre Schatten voraus. Diskutiert wird, welche Themen in die Wahlprogramme aufgenommen werden. Die DGB-Gewerkschaften haben dazu klare Vorstellungen: Wir sehen wachsende Altersarmut auf uns zukommen und fordern deshalb einen Kurswechsel in der Rentenpolitik.

Um die gesetzliche Rente zu stärken, startet der DGB zusammen mit der IG BAU sowie den anderen DGB-Einzelgewerkschaften ab diesem Monat die Rentenkampagne „Rente muss für ein gutes Leben reichen“.

Wir wollen, dass die gesetzliche Rente wieder einen gesicherten Lebensabend garantiert. Für viele, die aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden müssen oder die im Niedriglohnbereich arbeiten, reicht die Rente schon nicht mehr aus. Eine Entwicklung, die sich rasant verschärft. Zwischen Ende 2003 und Ende vergangenen Jahres hat sich die Zahl der Grundsicherungsempfänger im Alter laut Statistischem Bundesamt mehr als verdoppelt. Frauen sind danach mit einem Anteil von rund 60 Prozent von der Not im Alter besonders betroffen.

Sinkt das Rentenniveau wie vorgesehen weiter, wird der soziale Abstieg Älterer immer weiter um sich greifen und droht, unsere Gesellschaft zu spalten. Das kann niemand wollen. Es ist auch nicht durch den Geburtenrückgang notwendig, wie oft behauptet wird. Wer die demografische Entwicklung als Sündenbock für Rentenkürzungen vorschiebt, will einfach nur nichts abgeben. Denn letztlich ist auch die Rentenhöhe nur eine Verteilungsfrage.

Seit Jahren wird die Wertschöpfung hierzulande sehr ungleich verteilt. Das muss sich endlich wieder umkehren. Die von allen zusammen erarbeiteten Früchte einer steigenden Produktivität müssen auch allen zugute kommen. Deshalb muss der Sinkflug des Rentenniveaus sofort gestoppt und das Rentenniveau langfristig wieder deutlich erhöht werden.

IG BAU-Bundesvorsitzender Robert Feiger in der Mitgliederzeitschrift "Der Grundstein/Der Säemann", Ausgabe 09/2016.