Gesundheit und Rente


Die Rente ab 63 ist auch unser Erfolg


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
05.06.2014
In Rekordzeit hat die schwarz-rote Koalition die Rente ab 63 umgesetzt. Ende Mai wurde das Rentenpaket vom Bundestag verabschiedet. Für die IG BAU ist das ein großer Erfolg. Wir dürfen ruhig stolz darauf sein, dass wir diese Reform mit angeschoben haben. Zu Recht werden wir in der Öffentlichkeit ganz maßgeblich mit der Rente ab 63 verbunden.

Viele IG BAU-Mitglieder haben sich im Wahlkampf und darüber hinaus für Verbesserungen bei der Rente stark gemacht. Die jetzt geschaffene Möglichkeit, nach 45 Beitragsjahren zwei Jahre vor der üblichen Altersgrenze ohne Abschläge in den Ruhestand zu gehen, ist eine dauerhafte Ausnahme von der Rente mit 67, gegen die wir seit Langem streiten.

Die SPD ist unserer Analyse gefolgt, dass das heraufgesetzte Rentenalter gerade für hart arbeitende Menschen, wie Baubeschäftigte, die schon früh ins Berufsleben starten, eine Zumutung ist. Sie hat die Rente ab 63 deshalb zu einem zentralen Baustein ihres Wahlkampfs gemacht. Auch im Koalitionsvertrag nimmt diese Reform eine Sonderposition ein. Sie wurde so exakt verhandelt und in vielen Einzelheiten fest vereinbart, dass es sehr schnell gelingen konnte, sie umzusetzen, – und das trotz eines mit viel Geld der Wirtschaftslobby finanzierten Dauerbeschusses ihrer Gegner.

Die getroffenen Regelungen wurden gezielt verdreht. Dieses verzerrte Bild der Rente ab 63 hält sich hartnäckig. Um Alt gegen Jung auszuspielen, wurde etwa so getan, als endet die Reform 2029. Das ist falsch. Auch den Jüngeren kommt die Rentenverbesserung zugute. Richtig ist, dass sie parallel zum schrittweisen Anstieg der Regelaltersgrenze von 65 auf 67 ebenfalls zwei Jahre angehoben wird. Die wesentliche Verbesserung bleibt aber erhalten. Auch die Jüngeren können später zwei Jahre vorzeitig ohne Abschläge aus dem Arbeitsleben ausscheiden, wenn sie 45 Beitragsjahre erreicht haben.

Bei der Ermittlung der Beitragsjahre werden zum Teil Kindererziehungszeiten berücksichtigt, selbst wenn währenddessen keine Beiträge an die Rentenkasse gezahlt wurden. Insbesondere Frauen werden von dieser Regelung profitieren. Wichtig war uns zudem, dass Arbeitslosenzeiten angerechnet werden. Das ist leider nicht vollständig gelungen. Es zählen ausschließlich Arbeitslosengeld-I-Zeiten.

Bei Arbeitslosigkeit zwei Jahre vor der Rente zählen nicht einmal die. Dass sich die Wirtschaftslobby im letzten Augenblick mit diesem Punkt durchsetzen konnte, zeigt: Wir dürfen uns nicht zurücklehnen. Zudem haben wir mit dem Altersübergangsgeld einen Vorschlag vorgelegt, der es Arbeitnehmern ermöglicht, sicher und flexibel in den Ruhestand zu wechseln. Dafür müssen wir uns einsetzen. Niemand wird so nachdrücklich für unsere Interessen kämpfen, wie wir selbst.

Robert Feiger, Bundesvorsitzender der IG BAU, in der Juni-Ausgabe der IG BAU-Mitgliederzeitschrift "Der Grundstein/Der Säemann".