IG BAU - die tun was!


Drei Minuten für ein Badezimmer? Sauber!

Tatsachenbericht aus der Gebäudereinigung von Susanne Welzk (IG BAU) und Hella Potratz
Tatsachenbericht aus der Gebäudereinigung von Susanne Welzk (IG BAU) und Hella Potratz © Perke Heldt (DGB)
12.03.2015
Das Flensborghus in Flensburg platzte aus allen Nähten.160 Frauen waren am 1. März zum traditionellen Frühstück anläßlich des internationalen Frauentages am 8. März gekommen. Für Hella Potratz und Susanne Welzk die Gelegenheit, über die Arbeitsbedingungen in der Innenreinigung zu berichten. Mit Witz und schauspielerischem Talent brachten Hella und Susanne die Frauen zum Lachen, aber fast auch zum Weinen.

"Unser Frauen-Frühstück ist Treffpunkt für Jung und Alt, für Flensburgerinnen und Migrantinnen aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt", freut sich Perke Heldt, DGB-Regionalsekretärin Schleswig-Holstein Nordwest. "Es ist schön anzusehen, wenn alle miteinander bei Kaffee und Brötchen ins Gespräch kommen."

Eingeladen hatten die DGB-Frauen zusammen mit der Landesarbeitsgemeinschaft Frau und Beruf Schleswig-Holstein in Flensburg. In diesem Jahr war der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro/Stunde Mittelpunkt der Diskussion.

Perke Heldt informierte, dass der Mindestlohn auch bei Minijobs gilt, und berichtete über die Dokumentationspflicht der Arbeitszeiten. "Der Mindestlohn ist weder Arbeitsplatzvernichter noch Bürokratiemonster", machte sie deutlich. "Und dass Arbeitszeit aufgeschrieben wird, ist für jeden ordentlichen Arbeitgeber schon immer eine Selbstverständlichkeit."

Susanne Welzk von der IG BAU.Region Nord wurde von den Veranstalterinnen gebeten, über die Situation in der Gebäudereinigung zu berichten. Das wollte sie einmal anschaulicher und in Form eines Rollenspiels tun.

Schnell fand sich die Betriebsratsvorsitzende der KSR (Krankenhaus-Service und Reinigungs GmbH) in der Diakonissenanstalt zu Flensburg, Hella Potratz, bereit, in die Rolle einer Reinigungskraft zu schlüpfen. Nun musste ein Drehbuch geschrieben und die Dialoge formuliert werden. "Puh, das war gar nicht so einfach. Aber aus der Reaktion des Publikums merkten wir, dass uns das ganz gut gelungen war", berichteten die beiden IG BAU-Frauen. "Selbstverständlich ging es uns dabei nicht nur um den Mindestlohn im Gebäudereiniger-Handwerk und die Leistungsverdichtung bei der Arbeit, sondern auch um die anstehende Tarifrunde, die Leistungen der IG BAU und vieles andere mehr."

"Wir haben oft geprobt und dabei auch viel gelacht", berichtet Susanne Welzk. "Und es hat uns wahnsinnig viel Spaß gemacht, unsere tägliche Arbeit mal in dieser Form darzustellen", ergänzt Hella Potratz.

Im Flensborghus ist dieser Dialog gut angekommen, deshalb soll er hier nicht vorenthalten werden.

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® Perke Heldt (DGB)

Und acht Minuten für ein Zimmer mit Bad im Pflegeheim