Umwelt / Nachhaltige Entwicklung


Eckpunkte für Fracking in Deutschland


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07.07.2014
Mit der Diskussion, wie die Versorgungssicherheit in der Energiewende sichergestellt werden kann, rücken großtechnische Lösungen wie Fracking ins Augenmerk der Energieindustrie. In den USA ist Fracking zu einem wichtigen Baustein in der amerikanischen Energieversorgung geworden. Auch EU-Kommissar Oettinger wirbt schon lange für mehr Förderung von unkonventionellem Erdgas und trifft damit auch den Nerv der deutschen Industrie. Doch die Bevölkerung lehnt Fracking wegen seiner starken Umweltbelastungen und Gefahr für Trinkwasservergiftung zu großen Teilen ab.

Kurz vor der Sommerpause haben das Bundesumweltministerium sowie das Bundeswirtschaftsministerium nun ein gemeinsames Papier zu Fracking veröffentlicht. Auch wenn das Papier nicht verbindlich ist, ist es doch ein erster Versuch, Regeln für das Fördern von unkonventionellem Erdgas in Deutschland festzulegen. Ein bindendes Gesetz soll erst nach der Sommerpause beraten werden.

Grundsätzlich soll unkonventionelles Fracking von Schiefergas in Deutschland nicht erlaubt sein. Das Papier unterscheidet zwischen der Förderung von Erdgas (tight gas) aus Tiefen über 3000m und der Förderung von Erdgas aus Erdschichten bis zu 3000m. Erstere Praxis wird in Deutschland vor allem in Niedersachsen schon seit den 60er Jahren praktiziert. Hier sollen die Umweltauflagen noch strenger werden, was die IG BAU sehr begrüßt. Unkonventionelles Fracking ist nach dem Vorschlag von Bundeswirtschaftsministerium und Bundesumweltministerium verboten, doch finden sich hier auch zwei Elemente, die die IG BAU kritisch sieht:

  1. Unkonventionelles Fracking von Schiefergas soll zu wirtschaftlichen Zwecken verboten bleiben. D.h. aber, dass Frackingexperimente in Testanlagen zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt bleiben. Hier wird v.a. daran geforscht, wie Fracking ohne die gefährlichen Chemikalienzusätze stattfinden kann. Bisher ist das nicht möglich.
  2. Die zweite Einschränkung liegt in den Worten „in absehbarer Zeit“. Falls ein Gesetz zum Verbot von Fracking dieses Jahr verabschiedet werden sollte, soll 2021 erneut geprüft werden, ob Fracking nicht doch zu wirtschaftlichen Zwecken zugelassen werden kann.

Die IG BAU hat auf ihrem Gewerkschaftstag 2013 beschlossen, Fracking auf Grund seiner unvorhersehbaren Gefahren für Mensch und Umwelt abzulehnen. Eine Energiewende auf Grundlage von erneuerbaren Energien gelingt, nach Meinung der IG BAU, auch ohne hochriskante Technologien!

Schiefergas ist ein nicht-konventionelles Erdgas und unterscheidet sich in seiner Bildung und Zusammensetzung nicht von konventionellem Erdgas. Es ist die Art der Lagerstätte und die dadurch erforderliche Methode der Gewinnung, die von der Förderung aus herkömmlichen Erdgaslagerstätten abweicht. Fracking ist eine hydraulischen Risserzeugung, die Gas aus dichten Gesteinen mittels mit einem Wasser-Chemikaliengemisch bergen soll. Die über 500 verwendeten Chemikalien sind hochgiftig, z .T. krebserregend, und können wenn sie ins Grundwasser gelangen, furchtbare Auswirkungen auf Umwelt und die menschliche Gesundheit haben.

Mehr Infos zu Fracking beim Umweltbundesamt.

Die Eckpunkte der Bundesregierung gibt es hier.

Ein Beitrag unserer Kollegin Lisa Bauch.