IG BAU - die tun was!


Erfolgreicher Kampf um den Sozialplan

Es ist geschafft! Betriebsratsvorsitzender Klaus Höflich, Stellvertreter Joachim Rückert und BR-Mitglied Pietro Piemontese
Es ist geschafft! Betriebsratsvorsitzender Klaus Höflich, Stellvertreter Joachim Rückert und BR-Mitglied Pietro Piemontese © IG BAU (Friedhelm Höcker)
24.04.2015
Bereits 2006 wurde ein Werk im Unternehmen geschlossen. Damals haben Betriebsrat und IG BAU gemeinsam einen Sozialplan durchgesetzt. Nun gab es wieder Kündigungs- und Schließungsgerüchte. Der Betriebsrat setzte sich ein und war für die Beschäftigten erfolgreich.

Die Fa. Willersinn & Kleiner GmbH hat in Ludwigshafen am Rhein und auch im benachbarten Abenheim in der Nähe von Worms jeweils ein Kalksandsteinwerk. Das Werk in Abenheim soll geschlossen werden. "Doch keine Sorge", so die Geschäftsführung zum dreiköpfigen Betriebsratsgremium, "es wird alles in Ruhe besprochen." Das war vor den Sommerferien 2014.

Doch nach den Sommerferien hörten die Betriebsräte, dass vereinzelt Gespräche mit Arbeitnehmern über Aufhebungsverträge und Kündigungen geführt werden. "Jetzt reicht's", der Betriebsrat wendet sich an seinen Gewerkschaftssekretär Friedhelm Höcker von der IG BAU. Die Geschäftsführung wird aufgefordert, mit dem Betriebsrat einen Interessenausgleich mit Sozialplan abzuschließen.

Die Geschäftsführung tat erstaunt, dass so etwas überhaupt erforderlich sei und verweigerte zunächst die Verhandlungsaufnahme. Schließlich würde sie ja keine Kündigungen mehr aussprechen und alle Arbeiter im Werk Oggersheim weiterbeschäftigen. Sprechen wollte sie mit dem BR-Vorsitzenden, ohne die IG BAU. Das war im Oktober 2014.

"Mitten in dieser heiklen Phase verloren wir unseren Betriebsratsvorsitzenden durch einen tödlichen Arbeitsunfall, den er in seinem Nebenjob erlitten hatte", berichten die BR-Mitglieder. Alle waren nun verunsichert, der Betriebsrat und natürlich die Belegschaften in den Werken Ludwigshafen und Abenheim. Dann trat auch noch ein BR-Mitglied von seinem Mandat zurück. Da der Betriebsrat nicht mehr komplett war, musste eine vorgezogene Neuwahl eingeleitet werden.
 
Fragen wurden diskutiert wie, "soll der 'Rumpf-BR' jetzt streitige Verhandlungen mit der Geschäftsführung führen? Steht die Belegschaft zu ihrem BR?" Es wurde entschieden, zunächst die BR-Wahlen abzuwarten.

Mit der Unterstützung der IG BAU wurden ordnungsgemäße Wahlen abgehalten. Die beiden Kollegen des „Rumpf-BR“ wurden überzeugend wiedergewählt und auch der neue BR-Kollege zog mit.

Das neu gewählte Gremium beschloss im Januar 2015, gemeinsam mit dem Kollegen Höcker, die Verhandlungen mit der Geschäftsführung aufzunehmen, mit dem Ziel einen Interessenausgleich und Sozialplan zu erreichen. Die Geschäftsleitung blieb bei Ihrer Auffassung, dass das nicht erforderlich sei. Erst nach massiver Androhung eines Einigungsstellenverfahrens wurden Verhandlungsgespräche doch möglich. Der Arbeitgeber zog einen Rechtsanwalt hinzu. Er kam zu der Einsicht, dass auch in einem kleinen mittelständischen Unternehmen das Betriebsverfassungsgesetz gilt.

Worauf eigentlich niemand mehr zu hoffen wagte, im Februar 2015 kam es auch ohne Einigungsstelle zu einem Interessenausgleich und Sozialplan.

Vereinbart wurde:
Weiterbeschäftigung aller Kollegen aus Abenheim im Werk Oggersheim zu den bekannten tariflichen Bedingungen und Zulagen.

Abgruppierungsschutz für alle Mitarbeiter für 18 Monate.
Falls innerhalb von zwei Jahren betriebsbedingte Kündigung notwendig würden, wird unter anderem eine Abfindung von 1,0 Bruttolöhnen je Beschäftigungsjahr bezahlt.

Mobilitätsausgleich für die Beschäftigungsaufnahme in Oggersheim.

Damit hat der Betriebsrat sein Ziel erreicht, alle Arbeitnehmer werden zu fairen Bedingungen weiterbeschäftigt und haben dazu verbriefte Rechte. Der gemeinsame Kampf des Betriebsrats und der Belegschaft mit der Unterstützung der IG BAU hat sich gelohnt. Der Betriebsrat wird von der Belegschaft akzeptiert und unterstützt.

Nur der Arbeitgeber will es noch nicht wahrhaben. Er hält an einer Wahlanfechtung der letzten BR-Wahl fest.

"Doch auch das stehen wir gemeinsam durch!", sind sich Betriebsrat und Belegschaft sicher.

IG BAU - die tun was!

Mitglied werden


IG BAU - die tun was!