Gesundheit und Rente


Erwerbsminderung: Neurentner bekommen ab Juli 40 Euro mehr

28.07.2014
„Mini-Trostpflaster“ für alle, die jetzt früher in Rente gehen müssen: Wer gesundheitlich nicht mehr kann und ab diesem Monat aus dem Job ausscheidet, der bekommt eine höhere Erwerbsminderungsrente. Im Schnitt sind dies 40 Euro mehr pro Monat, teilt die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit.

Trotzdem ist dies immer noch viel zu gering. Die Erwerbsminderungsrenten sind seit Jahren ‚im freien Fall‘. Die Abschläge sind brutal. Bislang waren es lediglich rund 645 Euro pro Monat, die ein Erwerbsminderungsrentner durchschnittlich ausgezahlt bekam. Frauen sogar nur 589 Euro. Das ist beschämend wenig. Der Zuschlag, den Neurentner durch das Rentenpaket der Bundesregierung ab Juli bekommen, ist nichts anderes als „ein Tropfen auf den heißen Stein“.

Wer wegen einer schweren oder chronischen Krankheit oder wegen eines Unfalls gar nicht mehr oder nur noch stundenweise arbeiten kann, dem drohe Altersarmut. Zudem sind die Hürden enorm hoch, überhaupt eine Erwerbsminderung anerkannt zu bekommen.

Für viele ist es ein Spießrutenlauf von Gutachtertermin zu Gutachtertermin. Oft setzt erst das Gericht einen Schlusspunkt hinter die Erwerbsminderungsrente. Vom Arbeitsunfall bis zur Bandscheibe, die hinüber ist: Gerade Bauarbeiter sind frühzeitig körperlich am Ende. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr bundesweit mehr als mehr als 173.980 Neurentner, bei denen eine Erwerbsminderung anerkannt wurde .

Bei Fragen zur Erwerbsminderungsrente und auch bei anderen Themen rund um die Rente helfen ehrenamtliche „Renten-Lotsen“ der IG BAU. Von der Erläuterung des Rentenverlaufs bis zum Ausfüllen der Anträge unterstützen die Versichertenältesten die Ratsuchenden – auch nach Feierabend.

Außerdem bietet die Deutsche Rentenversicherung unter der Service-Rufnummer 0800 – 1000 4800 eine kostenlose Hotline, bei der es Beratung rund um Erwerbsminderung, Reha, Rente und Altersvorsorge gibt.

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