Internationales


FIFA verantwortlich für Leben und Gesundheit der Arbeiter auf WM-Baustellen


© IG BAU
23.06.2014
Respekt gehört zum Fußball. Doch ausgerechnet die FIFA hält sich nicht daran. Anstatt bei der Vergabe den menschenwürdigen und respektvollen Umgang mit Arbeitern auf den Fußball-WM-Baustellen zur Voraussetzung zu machen, verschließt der Fußball-Weltverband lieber die Augen vor der Ausbeutung. „Diskriminierung und Rassismus haben im Sport, in den Gewerkschaft – einfach überall – keinen Platz“, sagte der stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers am vergangenen Wochenende auf der Respekt-WM.

Zwanzig Teams kickten auf der kleinen Kampfbahn vor der Commerzbank Arena um den Respekt-Pokal. „Wie die Arbeiter aus Indien und Nepal in Katar behandelt haben, habe ich selbst gesehen. Das hat mit Respekt nichts zu tun. Das ist Sklaverei im 21. Jahrhundert.“

In den vergangenen beiden Jahren sind mehrere hundert Wanderarbeiter in Katar auf den Baustellen umgekommen. Von Arbeitsschutz kann oftmals keine Rede sein. Lange Schichten in brütender Hitze, dazu lange Transportwege von und zu den Unterkünften. Diese sind eng und unhygienisch.

„Als ich die Baustellen in Katar besucht habe, musste ich selbst feststellen wie die Männer zu 16 in einem Raum meist nur auf Matratzen auf den Böden geschlafen haben. Sie können nicht weg. Oftmals werden ihre Pässe vom Arbeitgeber einbehalten. An gewerkschaftliche Organisationen ist in dem Land nicht einmal zu denken. Katar will die WM, um sich als modernen Staat zu präsentieren. Dann muss es auch für moderne und faire Bedingungen für Wanderarbeiter sorgen“, sagte Schäfers. „Wo dies nicht geschieht, in Katar aber eben auch in Russland, muss die FIFA Druck ausüben und in letzter Konsequenz die WM wieder entziehen, falls sich nichts ändert.“

Die IG BAU setzt sich zusammen mit dem internationalen Dachverband der Baugewerkschaften BHI, dessen Vize-Präsident Dietmar Schäfers ist, für die Rechte der Wanderarbeiter ein. Unter dem Motto: Rote Karte für die FIFA baut der BHI weltweit Druck auf, damit Fußball-Fans weiterhin Freude am Spiel haben können und sich nicht für Stadien schämen müssen, die für viele Arbeiter sterben mussten.

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