IG BAU - die tun was!


Flagge gezeigt – super Abschluss erreicht!


© IG BAU (Ulf Kleipödszus)
16.08.2013
Nach zwei ergebnislosen Tarifverhandlungen für die Zement- und Dämmstoffindustrie Ostdeutschlands in Halle ging’s am 7. Juni 2013 in Berlin in die dritte Runde. Nach 23 Jahren der Wiedervereinigung Deutschlands gibt es immer noch enorme Unterschiede bei der Bezahlung in Ost und West. Den Kolleginnen und Kollegen ist das nicht mehr zu vermitteln. Sie wurden aktiv - mit einem hervorragenden Ergebnis.

Schon vor der zweiten Verhandlungsrunde wurden Aktionen durchgeführt. Unter anderem wurde gemeinsam mit der IG BAU in Rüdersdorf bei der Cemex OstZement GmbH am 25. April 2013 an der Werkseinfahrt eine Info-Veranstaltung für alle Mitarbeiter/innen organisiert. Eine gleiche Aktion fand auch bei Lafarge Zement in Karsdorf statt. Als dann aber in der zweiten Verhandlungsrunde von der Arbeitgeberseite kein neues Angebot kam, stand fest: Wir müssen weiterkämpfen.

Die Mitglieder der Tarifkommission hatten sich vor der dritten Verhandlungsrunde verständigt, in sämtlichen Firmen Aktionen zu starten, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. In Rüdersdorf entschlossen wir uns für eine „Aktive Mittagspause“. Am 6. Juni, einen Tag vor der Verhandlung, versammelten sich die Kollegen an der Werkseinfahrt. Bedauerlicherweise wurde dabei auch der Frachtverkehr etwas behindert – was für erhöhte Aufmerksamkeit bei der örtlichen Geschäftsführung sorgte. Obwohl es wegen der rund 90 Kolleginnen und Kollegen in der Einfahrtsstraße etwas beengt war, zeigten die meisten Kraftfahrer Verständnis.

Damit die Kolleginnen und Kollegen, die ihre halbe Stunde Mittagspause auf diese Weise aktiv verbrachten, doch noch zu einem kleinen Mittagssnack kamen, gab es einen Bockwurststand, der sehr gut ankam. Besonders bemerkenswert: nicht nur die gewerkschaftlich organisierten Mitglieder haben die Aktion sehr gut unterstützt, sondern auch sehr viele (noch) nicht organisierte Kolleginnen und Kollegen. Eine ähnliche Aktion gab es auch in Bernburg bei Schwenk-Zement und am nächsten Tag in Karsdorf bei Lafarge.

Nicht zuletzt durch den deutlich gewordenen Druck haben wir den bisher besten Abschluss für dieses Jahr in der Baustoffindustrie erreicht: eine Einkommenssteigerung um 4,5 Prozent.

Nur wer stark genug ist, um seine Forderungen durchzusetzen, kann mit Erfolgen bei den Tarifverhandlungen rechnen. Darum ist es umso wichtiger, dass sich die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben in ihrer Gewerkschaft organisieren. Das stärkt die Verhandlungsposition der Tarifkommission und führt zum Erfolg.

IG BAU – die tun was!

Eion Beitrag mit Material unseres Kollegen Heinz.-Peter Mandt, stellvertretender Vorsitzender der Bundesfachgruppe Zement- und Dämmstoffindustrie und Mitglied der Verhandlungskommission.