Umwelt / Nachhaltige Entwicklung


Forum für Gewerkschaften und NGOs - Gute Arbeit in Erneuerbare Energien Sektor

Samstag, 6. Dezember - UN-Klimakonferenz in Lima (Peru)


© Peco Institut (Lisa Bauch)
Lima (Peru), 06.12.2014
Eine wesentliche Aufgabe der Gewerkschaften ist es die Verhandlungen zum Klimaabkommen zu beobachten und sozial zu begleiten. Gleichzeitig bietet die Klimakonferenz aber auch eine Plattform für Erfahrungsaustauch zwischen den Gewerkschaften. Es gibt jedoch auch immer wieder Gelegenheiten mit anderen Akteuren aus der Zivilgesellschaft zusammenzuarbeiten. Trotz aller Unterschiede in der Arbeitsweise teilen sie viele Ansichten.

Eines der gemeinsamen Ziele ist es, Beschäftigung im Sektor der erneuerbaren Energien zu schaffen, um es zu erleichtern, aus der fossilen Energiegewinnung bis spätestens 2050 auszusteigen. Aus gewerkschaftlicher Sicht reicht es natürlich nicht nur Jobs zu kreieren. Sie müssen auch gute Arbeitsbedingungen aufweisen und dazu beitragen soziale Unterschiede in der Gesellschaft zu verringern.

Schritt für Schritt haben Gewerkschaften begonnen den Erneuerbaren Sektor zu organisieren. Wie schwierig das jedoch ist, hat sich in Deutschland gezeigt, wo beispielsweise sehr schwierige Bedingungen in der Solarindustrie herrschten – bis hin zu aktiven Behinderung von Betriebsratsgründungen. Doch weisen die Bemühungen erste Erfolge auf. Zum Beispiel hat die IG Metall es geschafft an 14 Standorten des Windanlagenbaus 22 Betriebsräte zu wählen. Ein wichtiger Schritt in Richtung eines Tarifvertrags in diesem Bereich.

In einem Treffen zwischen Gewerkschaften des Internationalen Gewerkschaftsbundes und Organisationen wie Greenpeace, WWF oder Friends oft he Earth ging es um die Frage, wie man sich gegenseitig unterstützen kann, um gute Arbeitsbedingungen bei der Produktion, Installation und Wartung von Erneuerbaren Energien umzusetzen. Wie aber sollen Umweltorganisationen die Verbesserung der Arbeitsbedingungen unterstützen? Sie setzen sich zum Beispiel dafür ein, dass es eine Art Quote gibt, dass zumindest ein Teil der Produktion von erneuerbaren Energien und deren Komponenten regional eingesetzt werden muss. Damit soll vermieden werden, dass es Blasen wie in der Solarindustrie gibt. Dort hat sich die Produktion nach China verlagert, um dann die Photovoltaikpanels zurück nach Deutschland zu exportieren. Das hat dazu geführt, dass die gerade neu geschaffenen Betriebe und die Beschäftigung in Deutschland wieder verschwunden sind.

Für die IG BAU stellt sich eine andere Herausforderung. Ihre Branchen sind nur bedingt von neuen Jobs in der Erneuerbaren betroffen. Es geht also nicht darum, grüne Jobs zu definieren. Vielmehr geht es darum, Elemente der Nachhaltigkeit, zu der auch der Klimaschutz gehört, in die bestehenden Berufe zu integrieren. Es geht um Rohstoff und Materialeffizienz, um umweltfreundliche Erzeugung von Energie und deren effiziente Nutzung, um Recycling oder auch nachhaltig mobil zu sein.

Für immer mehr Betriebe wird das Wirtschaften in diesen Bereichen immer wichtiger. Dem Greentech-Atlas des Bundesumweltministeriums zu Folge summiert sich der Umsatz der Unternehmen in Deutschland auf 344 Milliarden Euro. Bis 2025 wird dieses Volumen um jährlich 6,6 Prozent auf rund 740 Milliarden Euro steigen. Auf den Arbeitsmarkt wirkt sich das - trotz aller Probleme in der Solarindustrie - positiv aus: 2013 waren 1,5 Millionen Erwerbstätige in dem Segment beschäftigt.

Ein Beitrag unserer Kollegin Lisa Bauch

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