IG BAU - die tun was! (2011)


Fracking im Revier

BzV Bochum-Dortmund auf dem Weg der Meinungsbildung zur unkonventionellen Gasförderung


Woher soll künftig das Gas kommen?
© Pixelio (Stephanie Hofschlaeger)
23.09.2011
Jede Wirtschaft, auch eine „grüne“, benötigt Rohstoffe und eine sichere und bezahlbare Energieversorgung. Da sich im Zuge der Energiewende der Energiemix verändert und neue Energiequellen erschlossen werden müssen, wollen Energieunternehmen als eine Alternative unter mehreren das Potenzial sogenannter unkonventioneller Erdgasgewinnung erproben. Genug Sprengstoff, um in einer Region wie dem Ruhrgebiet mit seiner Kohlevergangenheit für Aufregung und Misstrauen zu sorgen.

Vor diesem Hintergrund hat sich der IG BAU-Bezirksverband Bochum-Dortmund mit diesem Thema intensiv und vor Ort beschäftigt und eine Informationsveranstaltung mit der Oberen Bergbehörde der Bezirksregierung Arnsberg organisiert.

Die Obere Bergbehörde der Bezirksregierung Arnsberg informierte die rund 40 Kolleginnen und Kollegen der IG BAU sehr gewissenhaft und professionell.

Der Abteilungsdirektor des Amtes Bergbau und Energie, Herr Kirchner, und der Leitende Bergdirektor, Herr Nörthen, stellten die Prüfungs- und Genehmigungsverfahren, die Erdgasvorhaben in Nordrhein-Westfalen, die verschiedenen Erdgasförderungstechnologien, Umweltverträglichkeitsprüfungsmethoden dar, die aber im Bergrecht noch nicht zwingend vorgeschrieben sind.

Nordrhein-Westfalen ist 34.000 Quadratkilometer groß. 17.000 Quadratkilometer sind als Erdgasfelder ausgewiesen. Die Behörde hat in NRW bislang 19 Bergbauberechtigungen zur gewerblichen Erkundung von Erdgas in unkonventionellen Lagerstätten erteilt. Die Betonung liegt auf Erkundung. Die Behörde machte deutlich, dass die Sicherheit von Mensch und Natur an oberster Stelle stehe. Bevor es zu Bohrungen, beziehungsweise zu Erdgasförderungen kommt, stehen noch viele intensive und langwierige Prüfungen auf der Tagesordnung.

Die Obere Bergbehörde mit ihrer langjährigen Erfahrung im Bergbau nimmt die Ängste und Sorgen der Menschen sehr ernst. Nach spannenden und informativen zweieinhalb Stunden sprachen sich die GewerkschafterInnen ab, sich mit diesem Thema weiter zu beschäftigten. Ein erster Einstieg war dieses Gespräch. Ängste vor Blauäugigkeit der Behörden, die Angst vor einer „wilden Schatzsuche nach Rohstoffen“ im Ruhrgebiet konnte den Teilnehmerinnen und Teilnehmer dank dieses Informationsgespräches genommen werden.

Die Ängste und Vorbehalte gegenüber Fracking jedoch bleiben. Der Abbau von Rohstoffen, wie unkonventionellem Gas, ist dann für die IG BAU bedenklich,

  • wenn die Umweltrisiken unkalkulierbar sind,
  • wenn dadurch die Gewinnung eines anderen Rohrstoffes wie Wasser beeinträchtigt wird,
  • wenn die Wasserversorgung der Bevölkerung gefährdet wird.


„Die Risiken der Bohrung nach unkonventionellem Gas mittels der Fracking-Methode in Deutschland sind nicht ausreichend erforscht“, so Gerhard Kampschulte, Bezirksvorsitzender des Bezirksverbandes Bochum-Dortumund . „Ein besonders unkalkulierbares Risiko stellt die Wassergefährdung durch die eingesetzten Chemikalien beim Fracking dar“, so Kampschulte. Zusätzliche Probleme können der intensive Wasserbedarf, der hohe Flächenverbrauch und massive Lärmemissionen in der Nähe von Siedlungen sein.

Darüber hinaus bestehen erhebliche Zweifel, ob die Nutzung unkonventioneller Gasvorkommen überhaupt die gewünschte klimaschonende Wirkung, beispielsweise im Vergleich zur Kohle.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat ein Gutachten zur Risikobewertung in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sollen bis Ende 2011 vorliegen. Bis nicht alle Zweifel ausgeräumt sind, die Umweltverträglichkeitsprüfungen im Bergrecht zwingend vorgeschrieben und durchgeführt sind, spricht sich die IG BAU Bochum-Dortmund zum jetzigen Zeitpunkt eindeutig gegen die unkonventionellen Gasförderungsmethoden mittels Fracking aus.

IG BAU - die tun was!

Ein Beitrag unseres Kollegen Carsten Burckhardt

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