Frauen


Frauenpolitische Informationstagung „Rente muss zum Leben reichen“

v.li: Kathrin Senger-Schäfer (DIE LINKE), Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen), Elke Ferner,(SPD), Bärbel Feltrini (IG BAU)
v.li: Kathrin Senger-Schäfer (DIE LINKE), Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen), Elke Ferner,(SPD), Bärbel Feltrini (IG BAU)
10.07.2013
Altersarmut ist weiblich. Grund genug für die IG BAU-Frauen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland, zu ihrer ersten Frauenpolitischen Informationstagung einzuladen und Politikerinnen von CDU, FDP, SPD, der LINKEN und Bündnis 90/Die Grünen im Hinblick auf die Bundestagswahl auf den Zahn zu fühlen.

Vor Einstieg in das Thema der Veranstaltung „Rente muss zum Leben reichen – auch für uns Frauen“ informiert Susanne Heß von der Deutschen Rentenversicherung unter anderem über rentenrechtliche Zeiten, Beitragszeiten und anrechenbare Zeiten sowie über geringfügige Beschäftigungsverhältnisse und die Anhebung der Altersgrenzen. „Die Altersarmut nimmt in Zukunft noch zu“, stellen die Gewerkschaftsfrauen nach dem anschaulichen Vortrag der Rentenexpertin bedrückt fest.

Minijobs und „Rente mit 67“
Die Politikerinnen nehmen auf dem Podium Platz. Unter ihnen auch IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Bärbel Feltrini, die die Diskussionsrunde eröffnet: „Mit dem jüngsten Tarifabschluss im Gebäudereiniger-Handwerk haben wir einen Beitrag dazu geleistet, dass sich die Löhne für die Beschäftigten in dieser Branche etwas verbessern. Um eine Rente in Höhe der Grundsicherung zu haben, müssen sie allerdings zehn Euro in der Stunde verdienen und 45 Beitragsjahre erreichen.“ Das Problem dabei sei, dass die meisten Gebäudereinigerinnen in Mini- oder Teilzeitjobs arbeiten. „Mit Minijobs wird viel Missbrauch betrieben. Sie gehören abgeschafft“, fordern die Gewerkschaftsfrauen energisch. Das sehen die CDU-Politikerin Ursula Groden-Kranich und Daniela Schmitt, Stellvertretende FDP-Landesvorsitzende von Rheinland-Pfalz, etwas anders: „Minijobs gehören nicht grundsätzlich abgeschafft.“ Für Studenten beispielsweise seien sie in den Semesterferien ganz sinnvoll. Minijobber dürften allerdings Festangestellte nicht ersetzen. Die von CDU und FDP angehobene Minijobgrenze von 400 auf 450 Euro sei ein Rückschritt, meint SPD-Bundestagsabgeordnete Elke Ferner: „Geringfügige Beschäftigung ist kontraproduktiv. Sie führt schnurstracks in die Altersarmut.“

Auch beim Thema „Rente mit 67“ gehen die Meinungen auseinander: „Wir brauchen eine steuerfinanzierte Garantierente von 850 Euro sowie flexiblere Übergänge ins Rentenalter. Einhergehend mit guter Gesundheitsförderung und flexibleren Arbeitszeiten“, sagt Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen). Ursula Groden-Kranich erwidert: Garantierenten seien ungerecht. „Sie belasten die nachfolgenden Generationen.“ Die CDU-Frau befürwortet eine Kombination aus Rente und steuerfinanzierter Unterstützung, um eine Grundsicherung im Alter zu erreichen. Für eine Flexibilisierung des Renteneintrittalters ist Daniela Schmitt (FDP). „Die ‚Rente mit 67’ gehört abgeschafft“, fordert Bundestagsabgeordnete Kathrin Senger-Schäfer (DIE LINKE). Für einen abschlagsfreien Zugang zur Rente ab 63 Jahren nach 45 Versicherungsjahren spricht sich Elke Ferner (SPD) aus.

„Neben einer Rente, die zum Leben reicht, brauchen wir auch anständige Arbeitsbedingungen, gute Einkommen und eine Bürgerversicherung, in die alle einzahlen“, sagt Bärbel Feltrini und spricht damit den anwesenden Kolleginnen aus dem Herzen.
Und zum Schluss der gelungenen Veranstaltung sind sich alle Frauen einig: „Der Samstagvormittag in Mainz hat sich gelohnt.“

Ein Beitrag unserer Kollegin Gerlinde Dickert in der IG BAU-Mitgliederzeitschrift "Der Grundstein/Der Säemann", Ausgabe 07-08/2013.

v.li.: Susanne Heß (Deutsche Rentenversicherung), Ursula Groden-Kranich (CDU) und Daniela Schmitt (FDP)

Rente - ein Thema für viele Frauen