Bildung / Berufsbildung


Führen von Ausbildungsnachweisen

Empfehlung des IG BAU-BAK Berufliche Qualifizierung

19.11.2013
Wesentliches Ziel des Ausbildungsnachweises ist, dass die tatsächlich stattgefundene Ausbildung (sachlicher und zeitlicher Ablauf) einer Berufsausbildung jederzeit nachvollzogen werden kann und beweisbar ist. Nur mit einem sorgfältig, regelmäßig und wahrheitsgemäß erstellten Ausbildungsnachweis sind die mit der Überwachung der Berufsausbildung beauftragten Zuständigen Stellen in der Lage, Ausbildungsmängel rasch zu entdecken und entsprechend korrigierend einzugreifen.

Gleiches gilt für die Rechtsschutzabteilungen der Gewerkschaften.

Ein Ausbildungsnachweis ist möglichst übersichtlich und einfach zu führen. Die Ausbildung sollte tabella-risch und stichwortartig vorgenommen werden, die einzelnen Ausbildungsschritte, auch die der Berufsschule und der Überbetrieblichen Ausbildung, werden mit Anfangs- und Endzeit dokumentiert. Der Ausbildungsnachweis wird in nahezu allen Berufsausbildungen vorgeschrieben und gehört dann zur Arbeitszeit. Ist der Ausbildungsnachweis in der entsprechenden Verordnung vorgeschrieben, ist er eine der Voraussetzungen zur Zulassung zur Abschlussprüfung. Ausbildungsnachweise dürfen nicht in den Zwischen- und Abschlussprüfungen bewertet werden.

„Hausaufgaben“ gehören nicht zur betrieblichen Ausbildung. Ein Ausbilder/in kann zusätzliche Aufgaben bei der Ausbildungsnachweisführung (Betriebsbeschreibung, Bauzeichnungen, Erfahrungsberichte, Leittexte, Pflanzensammlungen, Preisrecherchen, usw.) verlangen, wenn die Bearbeitung Teil der betrieblichen Ausbildung ist und während der Arbeitszeit stattfindet.

Nicht alle Zuständigen Stellen verlangen von Auszubildenden einen mit Zeitangaben versehenen Ausbil-dungsnachweis, obwohl das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) dieses empfiehlt. Ausbildungsver-säumnisse sowie Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz, Bundesurlaubsgesetz und weitere Arbeitsschutzgesetze sind dann leider nur schwer zu beweisen.

Der Bundesarbeitskreis Berufliche Qualifizierung empfiehlt in diesem Fall allen Mitgliedern der IG Bauen-Agrar-Umwelt, den in der Anlage 1 (Download) vorgeschlagenen Ausbildungsnachweis zusätzlich zu führen. Nur wenn Ausbildungsmängel nachvollziehbar und nachweislich dokumentiert werden, kann im Streitfall erfolgreich Rechtsschutz von der Gewerkschaft für seine Mitglieder gewährt für werden.

Der Bundesarbeitskreis Berufliche Qualifizierung empfiehlt allen Mitgliedern in den Berufsbildungsausschüssen sich, wo noch nicht vorhanden, für nachweisbare Ausbildungsnachweise einzusetzen, da sie ein wesentliches Instrument einer Qualitätsentwicklung in der Berufsausbildung sind.