Internationales


Fußball WM in Katar: Gutes Gespräch zwischen FIFA, DFB und Gewerkschaften

20.11.2013
Auf Initiative von Wolfgang Niersbach und auf Einladung von Joseph Blatter fand heute in Zürich ein Gespräch zwischen dem FIFA-Präsidenten, dem DFB-Präsidenten, FIFA-Exekutivkomitee-Mitglied Theo Zwanziger und dem DGB-Vorsitzenden Michael Sommer statt. Anlass des Gesprächs sind die Sklaverei-ähnlichen Zustände auf den Baustellen der Fußball-WM 2022 in Katar. Zu dem Treffen erklärte Michael Sommer, DGB-Vorsitzender und Präsident des Internationen Gewerkschaftsbundes (IGB), am Mittwoch in Zürich:

"Ich begrüße, dass es nun zu einem Gespräch mit Herrn Blatter und der FIFA gekommen ist. Im Gespräch hat die FIFA deutlich gemacht, dass sie ihre gesellschaftspolitische Verantwortung wahrnehmen und sich gemeinsam mit der Internationalen Gewerkschaftsbewegung dafür einsetzen will, dass die Situation der Wanderarbeiter in Katar nachhaltig verbessert wird. Katar muss alle ILO-Kernarbeitsnormen ratifizieren und nachprüfbar umsetzen.
 
Seit Monaten klagen wir Gewerkschaften Rechte und bessere Arbeitsbedingungen für die 1,3 Millionen Wanderarbeiter in Katar ein. Außer unbestimmten, wohlfeilen Erklärungen seitens der katarischen Regierung ist bislang nichts passiert. Deshalb bleiben wir dabei: Verbesserungen für die Arbeiter stehen auf der Tagesordnung - jetzt!
 
Die FIFA will entsprechend ihrer internationalen Bedeutung und Verantwortung entschieden auf die Verantwortlichen in Katar einwirken. Der Wüstenstaat muss die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) garantieren und so Diskriminierung und Zwangsarbeit beseitigen sowie die Vereinigungsfreiheit für 1,3 Millionen Wanderarbeiter zulassen. Ich begrüße, dass sich die FIFA in diesem Sinne positionieren will und damit für die Menschen, von denen der Volkssport Fußball doch lebt, handelt. Wir Gewerkschaften bleiben bei unserer Forderung: Handeln die Verantwortlichen vor Ort nicht, müssen Konsequenzen folgen, und die WM 2022 muss Katar wieder weggenommen werden.

Die deutsche, europäische und internationale Wirtschaft darf nicht nur ihre ökonomischen Interessen verfolgen, sondern muss ihrer Verantwortung für die Beschäftigten auf den Baustellen in Katar nachkommen. Konkret ausgedrückt heißt das: Die Firmen, die in Katar als Generalunternehmer engagiert sind, müssen die Machenschaften ihrer Subunternehmer sofort stoppen und sich ihrer vollen Verantwortung und Haftung stellen.
 
Der Atem der internationalen Gewerkschaftsbewegung ist lang - und wir werden nicht ruhen, bis sich die Arbeitsbedingungen in Katar grundlegend verbessert haben."