Geschichte


Gedenkstein im KZ Sachsenhausen eingeweiht

DGB erinnert an Zerschlagung freier Gewerkschaften vor 75 Jahren


© IG BAU
02.05.2008
Mit einer zentralen Gedenkfeier im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen bei Oranienburg hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) an den 75. Jahrestag der Zerschlagung freier Gewerkschaftsarbeit durch die Nationalsozialisten am 2. Mai 1933 erinnert. DGB-Vorsitzender Michael Sommer erinnerte an die vielen Opfer, die aus sehr unterschiedlichen Gründen von den Nationalsozialisten verfolgt wurden: „Ihr gemeinsames Opfer mahnt uns, den Widerstand gegen alte und neue Nazis gemeinsam zu organisieren.“„Mit der Zerschlagung der freien Gewerkschaften zerstörten die Nationalsozialisten eines der letzten Bollwerke, das ihrer absoluten Machtergreifung noch hätte im Weg stehen können“, sagte Sommer.

Im Umgang mit den Nationalsozialisten habe es „auch historische Fehler und Versäumnisse führender Gewerkschafter“ gegeben. „Es ist eine traurige Tatsache, dass die Arbeiterbewegung so zersplittert gewesen ist, dass sie nicht in der Lage war, den Nazis organisierten Widerstand entgegen zu setzen. Aber es ist schwierig, aus der heutigen Perspektive das damalige Handeln unserer Kolleginnen und Kollegen zu beurteilen, oder gar zu verurteilen.“

Aus dieser bitteren Erfahrung heraus habe sich der DGB 1949 als einheitlicher Dachverband der deutschen Gewerkschaften gegründet. „Gewerkschaften brauchen die demokratische Freiheit wie die Luft zum Atmen,“ sagte der DGB-Vorsitzende. Deshalb sei es so wichtig, dass „diese demokratische Luft nicht verpestet werden darf. Das ist der Grund, warum wir das Verbot aller neofaschistischen Organisationen und die sofortige Einleitung eines Verbotsverfahrens gegen die NPD fordern“, so Sommer.

Der DGB-Vorsitzende weihte in Sachsenhausen einen Gedenkstein ein, der an die verfolgten und ermordeten Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter erinnern soll. Die Inschrift geht auf den Gewerkschafter Hans Steldinger (1901-1961) zurück. Steldinger war Funktionär des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB), wurde 1933 mehrere Monate von den Nationalsozialisten gefangen gehalten und beteiligte sich nach 1945 am Wiederaufbau der Gewerkschaften:
„Wie ist es dazu gekommen, dass in den Konzentrationslagern, in den Jahren der Verfolgung, der Gedanke (…) geboren wurde, dass dieser Zustand des Unrechts, der brutalen Gewalt niemals wieder eintreten dürfe, und dass wir eine Einheitsgewerkschaft bilden müssen, die mit dafür sorgt, dass Anschläge auf die Gesetzmäßigkeit, auf das Recht und die Freiheit des Staatsbürgers nie mehr möglich sind!“

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