Bauen und Wohnen


Gewaltiges Defizit an Sozialwohnungen

29.08.2012
Mindestens 130.000 neue Sozialwohnungen jährlich sind notwendig, um den Bestand von rund 1,6 Millionen zu halten, weil langjährige Belegungsbindungen in fast gleicher Größenordnung auslaufen. In den letzten Jahren kamen aber nur noch gut 30.000 Sozialwohnungen mit Preis- oder Belegungsbindungen auf den Wohnungsmarkt.

Eine Vervierfachung ist daher nötig. Dies gilt insbesondere für Großstädte und Ballungsräume, wo mittlerweile erhebliche Engpässe aufgetreten sind. Bezahlbarer Wohnraum ist dort insbesondere für Geringverdiener, Alleinerziehende und Senioren zur Mangelware geworden. Nur jeder fünfte finanzschwache Haushalt hat aber derzeit eine Chance auf eine Sozialwohnung.

Allerdings müssen jährlich keineswegs 130.000 Sozialwohnungen neu gebaut werden. Ein zusätzlicher Bau von 40.000 bis 50.000 Sozialwohnungen ist notwendig. Die restlichen zusätzlichen Wohnungen können durchaus über den Ankauf von Belegungsrechten oder die finanzielle Förderung von Wohnungsmodernisierungen verbunden mit einer langjährigen Festschreibung der Miethöhe auf den Markt gebracht werden. Gerade in den Ballungsgebieten ist jedoch der Mangel an Sozialwohnungen meist nur durch Neubau zu erreichen.

50.000 neue Sozialwohnungen bedeuten etwa ein Bauvolumen von vier Milliarden Euro jährlich. Über die Nachfrage in vor- und nachgelagerten Branchen würde damit eine gesamtwirtschaftliche Produktionswirkung von über neun Milliarden Euro erzeugt und damit etwas 88.000 Arbeitsplätze – viele auch jenseits der Bauwirtschaft – gesichert.

Zudem würde an den Staat und die Sozialversicherungen rund die Hälfte der Kosten über Mehrwert-, Lohn- und andere Steuern sowie Sozialversicherungsabgaben zurückfließen.

Die ausführliche Studie „Bedarf an Sozialwohnungen in Deutschland“ gibt es als Download: