IG BAU - die tun was!


Haustarifvertrag verweigert - Jetzt geht's los!


© IG BAU (Olaf Damerow)
27.03.2014
Fast ein Jahr haben IG BAU und Geschäftsführung der Firma Reinigungsservice Nord (RNO) in Bremen über einen Haustarifvertrag für die mehr als 100 Beschäftigten der Nehlsen Tochter verhandelt. Mehrfach hat die Geschäftsführung erklärt, zu einem Abschluss kommen zu wollen. Bei der Verhandlung am 3. März 2014 dann die überraschende Wende: alles sollte so bleibern wie es ist, es soll keine weiteren Verhandlungen geben.

Die Überraschung der Verhandlungskommission war groß, als der Geschäftsführer der RNO kurz nach Beginn der Verhandlung erklärte, dass stattdessen alte Regeln (Betriebsvereinbarung) Anwendung finden sollen und es keine weiteren Verhandlungen geben wird.

Dabei sah es bereits so aus, dass ein tariflicher Abschluss erreicht sei. Ende November gab es eine Vereinbarung über eine Einmalzahlung für jeden Mitarbeiter in Höhe von 500 Euro. Dieser Betrag wurde auch mit der Novemberabrechnung im Dezember an die Mitarbeiter ausbezahlt, ausgenommen die 450-Euro-Kräfte.
Dieses Ergebnis ist im Zuge der Verhandlungen über den Haustarifvertrag vereinbart worden und insofern ist das als Teil eines Tarifvertrags anzusehen!

Die Betriebsgruppe traf sich danach mit 40 Leuten zu einer außerordentlichen Sitzung. Erste Maßnahmen wurden verabredet und bereits durchgeführt. Zuerst wurde eine Nachrichtensendung produziert und über Handys im Betrieb verteilt. Im IG BAU Videomagazin der Region Weser-Ems wurde der Beitrag gesendet. Aktuell wird eine Radiosendung zu der aktuellen Situation geplant. Auch die ersten Streikmaßnahmen wurden hier verabredet.

Einen Warnstreik mit elf Beteiligten gab es am 25. März. Aus Solidarität wurden die Kollegen eines Tochterunternehmens der Firma Nehlsen begleitet, die auch eine Betriebsvereinbarung zu Lohn und Gehalt abschließen wollen.

Mit beiden Betrieben haben sich die kämpferischen Kolleginnen und Kollegen der Kundgebung in Hannover angeschlossen und ihre Solidarität mit dem Öffentlichen Dienst bekundet.

Auf der Kundgebung in Hannover waren rund 20.000, die ihren Unmut kundgetan haben. Die RNO wie auch die ENO bekommen öffentliche Aufträge. Schon deshalb sollte ein Tarifvertrag existieren und keine Lohnstruktur unter 8,50 Euro. 24 Tage Urlaub und eine 6-Tage-Woche sind auch nicht mehr zeitgemäß.

„Überstunden, die ab der 46sten Stunde gezahlt werden, wollen wir nicht mehr“, so der Sprecher der Betriebsgruppe auf der Kundgebung. „Wir kämpfen weiter für einen Tarifvertrag, denn die Firma wirbt für saubere Leistung. Eine Betriebsvereinbarung zu Lohn und Gehalt ist jedenfalls schmutzig und nicht sauber.“

Ein Beitrag unseres Kollegen Olaf Damerow.

Gemeinsam sind wir stark: auf dem Weg zur Kundgebung in Hannover © IG BAU (Olaf Damerow)