Gesundheit und Rente


IG BAU begrüßt Bereitschaft zu wichtigen Korrekturen in der Rentenpolitik

Stabilisierung und Anhebung des gesetzlichen Rentenniveaus sind notwendig


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25.11.2016
Die IG BAU begrüßt die Bereitschaft von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, ein Konzept zu entwickeln, um in der gesetzlichen Rentenversicherung dauerhaft ein höheres Rentenniveau zu ermöglichen. Das vorgelegte Konzept beinhaltet wichtige Korrekturen in der Rentenpolitik. Die Festlegung eines Sicherungsziels über 2030 hinaus begrüßen wir ebenfalls.

Das gilt auch für die Bereitschaft, den Beitragssatz der paritätisch finanzierten gesetzlichen Rente für eine auskömmliche Rente nach oben anzupassen.

Wir halten auch den Grundsatz, mit Haltelinien und Ziellinien zu arbeiten, für richtig. Die Höhe der angestrebten Haltelinie zum Rentenniveau ist jedoch nicht ausreichend. Wir fordern die Stabilisierung des heutigen Rentenniveaus bei einer Haltelinie von 48 Prozent statt bei 46 Prozent, in einem weiteren Schritt ist aus unserer Sicht eine Erhöhung etwa auf 50 Prozent als Ziellinie notwendig. Diese Ziellinie wird durch einen höheren Steuerzuschuss möglich.

Wir halten es zudem für notwendig, eine Demografiereserve zu schaffen. Wir sehen hierfür die schrittweise Anhebung der Rentenversicherungsbeiträge als den geeigneten Weg.

Zur Gestaltung flexibler und abgesicherter Übergänge von der Arbeit in die Rente wurden leider keine konkreten Vorschläge gemacht. Vielmehr sollen zuerst die Wirkungen der Regelungen überprüft werden, die jüngst mit dem Flexirenten-Gesetz eingeführt wurden. Hier wird die IG BAU weiter ihre Vorschläge für eine neue Art Kurzarbeitergeld für gesundheitlich eingeschränkte ältere Arbeitnehmer („Altersflexi“) sowie für realitätsnähre Zugangskriterien zur Erwerbsminderungsrente einbringen. Die von der Koalition beschlossenen Verbesserungen zur Höhe der Erwerbsminderungsrente sind ein Schritt in die richtige Richtung, reichen aber nicht aus.

Mit dem Einbezug von Selbständigen in die gesetzliche Rentenversicherung würde eine langjährige Forderung der IG BAU umgesetzt und ein Schritt Richtung Bürgerversicherung gegangen. Das ist im Interesse der Selbständigen, die heute allzu oft von Altersarmut bedroht sind, und trägt zu fairen Wettbewerbsbedingungen mit abhängig Beschäftigten bei.